Batterien

Huaweis Yinwang tritt CATLs Choco-swap-Netz mit 2.520 Stationen bei

Eine Choco-swap-Batteriewechselstation von CATL in einer chinesischen Stadt, ein Elektroauto steht über der offenen Wechselbucht, ein Pack wird auf eine Hebebühne abgesenkt. KI-generierte Illustration.
Eine Choco-swap-Batteriewechselstation von CATL in einer chinesischen Stadt, ein Elektroauto steht über der offenen Wechselbucht, ein Pack wird auf eine Hebebühne abgesenkt. KI-generierte Illustration.
Yinwang, die von Huawei kontrollierte Auto-Einheit, hat am Montag, 19. Oktober, eine strategische Rahmenvereinbarung mit CATL und dessen Batteriewechsel-Tochter CAES unterzeichnet. Sie umfasst wechselbare Packs und den Zugang zu CATLs Choco-swap-Netz, das am 29. September 2.520 Stationen in rund 200 chinesischen Städten umfasste. Fahrzeugmodelle, Marktstart oder Servicegebiete wurden nicht genannt.

Was die beiden Seiten vereinbart haben

Laut Yinwangs Mitteilung umfasst die Vereinbarung sowohl die wechselbaren Batteriepacks als auch das Stationsnetz. CATL zufolge liegt der Fokus auf Autos mit Huaweis intelligentem Fahrsystem Qiankun, das mit den Choco-Stationen kompatibel gemacht werden soll.

Die Automatisierung ist der Teil, auf den CATL drängt. Das Auto liest seinen eigenen Batteriezustand und die Gewohnheiten der Fahrerin oder des Fahrers aus, wählt eine Station, fährt selbstständig hinein und reiht sich für den Wechsel ein. Für den Wechsel selbst nennt CATL 99 Sekunden. Unterzeichnet haben Chairman Robin Zeng und Jin Yuzhi, Senior Vice President von Huawei und CEO von Yinwang.

Was die Ankündigung auslässt, wiegt genauso schwer wie das, was sie enthält. Keine Modelle, kein Marktstart, keine Servicegebiete. Eine Rahmenvereinbarung ist kein Produkt.

Stationszahl und Wachstumstempo

CATL ist 2022 mit EVOGO in das Wechselgeschäft eingestiegen und hat das Vorhaben Ende 2024 als Choco-swap rund um standardisierte Packs neu aufgesetzt. Das Netz beendete 2025 mit 1.020 Stationen, überschritt Anfang Juli die Marke von 2.000 und erreichte am 29. September 2.520.

Das sind 520 Stationen in rund 90 Tagen, etwa 5,8 pro Tag. Das erklärte Ziel liegt bei mehr als 3.000 bis zum Jahresende, was rund 480 weitere in den verbleibenden Wochen des Jahres 2026 bedeutet, etwa 7,4 pro Tag. Die langfristige Zahl, von der CATL spricht, ist 30.000.

Gleichmäßig verteilt wären 2.520 Stationen auf 200 Städte etwa 12,6 pro Stadt. Sie sind nicht gleichmäßig verteilt, und CATL hat keine regionale Aufschlüsselung veröffentlicht.

2.520 Stationen gegen 483 in Europa

Unsere Supercharger-Datenbank erfasst 483 Standorte in Europa, samt Preis pro kWh an jedem einzelnen. Choco-swap allein kommt auf das 5,2-Fache dieser Zahl – in einem einzigen Land. Der Vergleich hinkt: Eine Wechselbucht bedient eine Familie standardisierter Packs, ein Ladestandort dagegen jedes Auto mit Stecker. Er zeigt trotzdem, wo die Dichte liegt.

Beim Geld: Ein Wechsel wird pro kWh Energie im Pack plus der Pack-Miete abgerechnet. Als europäischen Maßstab setzt unser Ladekostenrechner 100 km auf etwa 4,50 € bei tschechischem Haushaltsstrom (0,25 €/kWh, 18 kWh/100 km) und auf etwa 10,80 € an einem Gleichstrom-Lader zu 0,60 €/kWh. Preise für Choco-swap mit den neuen Partnern hat CATL nicht veröffentlicht, es gibt also noch nichts, was man diesen beiden Zahlen gegenüberstellen könnte.

Was 99 Sekunden in Kilowatt bedeuten

Wenn ein Wechsel 50 kWh überträgt, ergeben diese 99 Sekunden im Schnitt etwa 1,8 MW. Kein Kabel schafft das. Die Energie wurde früher in den Pack geschoben, als die Nachfrage im lokalen Netz geringer war, und die Station trägt die Kosten für den Lagerbestand in ihren Regalen. Tempo am Auto, Kapital und Netzplanung an der Station. Das ist das Geschäft, das CATL verkauft.

Wechsel pro Station – nach NIOs Zahlen

NIO hat das erste große Netz allein aufgebaut und ist bis heute der einzige Betreiber, der Volumina veröffentlicht. Im Februar verzeichnete das Unternehmen den 100-millionsten Wechsel und überschritt bis Juni 110 Millionen – bei 3.790 Stationen. Zehn Millionen Wechsel in rund vier Monaten sind etwa 83.000 pro Tag oder rund 22 pro Station und Tag, gleichmäßige Verteilung vorausgesetzt. CATL veröffentlicht keine Choco-swap-Volumina, seine Auslastung lässt sich also nicht an dieser Zahl messen.

Wer hinter Yinwang steht

Huawei hält 80 %, Seres und Changans Avatr je 10 %. Seres baut AITO, die Premium-SUV-Marke, die Huaweis Software und Handelsnetz in China zu einem Verkaufsschlager gemacht haben, und auch andere Hersteller kaufen Qiankun-Systeme. GAC, BAIC und NIO sind bereits Choco-Partner.

CATL liefert rund 40 % der E-Auto-Zellen weltweit – das ist das Argument für standardisierte Packs. Hersteller teilen nur ungern das teuerste Bauteil des Autos, und die meisten entwickeln weiter eigene Chemie und Formate, wie Li Auto mit seinem eigenen 5C-Pack beim Power Day im Oktober gezeigt hat. Ein Zulieferer mit dieser Marktstellung ist der eine Akteur, den ein Hersteller kaum ignorieren kann.

Fußabdruck in Europa

Für Choco-swap sind in Europa keine Pkw-Stationen angekündigt. Das einzige bestätigte Europa-Projekt von CATL betrifft Lkw: ein Joint Venture mit Octopus Energy für das Vereinigte Königreich und Europa, im Juni angekündigt. Auf der Ladesseite meldete Fastned für Q3 einen um 47 % gesteigerten Ladeumsatz von 46,3 Mio. € bei 65 Stationen im Bau. Zwei verschiedene Wetten auf dasselbe Problem – und nur eine davon wird hier gebaut.

Die Rahmenvereinbarung nennt keine Modelle und keine Termine. Der nächste veröffentlichte Meilenstein auf Seiten von CATL ist die Marke von 3.000 Stationen, die das Unternehmen bis Ende Dezember erreichen will.

Quelle: https://electrek.co/2026/10/19/huawei-catl-battery-swap-choco-2520-stations/

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