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Ionity: Batteriespeicher in 50 Ladeparks, über 20 MWh bis 2027

Ladepark von Ionity in Wertheim mit vier Sungrow-Batteriespeicherschränken hinter einer Reihe Alpitronic-HYC400-Ladesäulen. KI-generierte Illustration.
Ladepark von Ionity in Wertheim mit vier Sungrow-Batteriespeicherschränken hinter einer Reihe Alpitronic-HYC400-Ladesäulen. KI-generierte Illustration.
Ionity hat seinen ersten batteriegepufferten Ladepark in Wertheim in Baden-Württemberg in Betrieb genommen und plant für 2027 rund 50 Batteriespeicher an seinen Ladeparks in Europa mit mehr als 20 MWh Gesamtkapazität. In Wertheim steht die Batterie nicht dort, damit der Standort modern aussieht. Sie steht dort, weil der Mittelspannungsanschluss nicht schnell genug verstärkt werden kann.

Von vier auf sechs Ladepunkte

Der Standort liegt zwischen einer A3-Ausfahrt, einem McDonald's und dem Outlet-Center Wertheim Village. Bislang gab es dort vier Ladepunkte. Jetzt sind sechs in Betrieb, alle Alpitronic HYC400, und zwei weitere ABB-Geräte mit 350 kW Spitzenleistung sollen in Kürze folgen. Der zusätzliche Strom kommt nicht aus dem Netz. Er kommt aus vier Sungrow-Batteriemodulen in Schaltschränken vor Ort: 1.028 kWh Kapazität, 500 kW maximale Leistung, gesteuert von einem Energiemanagementsystem, das die verfügbare Leistung zwischen Netzanschluss, Batterie und Fahrzeugen aufteilt.

Der Ausbau eines Netzanschlusses kann drei Jahre dauern

Gegenüber electrive erklärte Ionity, dass der Ausbau eines Mittelspannungsanschlusses in Deutschland bis zu drei Jahre dauern kann. Der Speicher überbrückt diese Wartezeit, sodass der Betreiber mehr Ladepunkte schon jetzt in Betrieb nehmen kann und nicht erst 2029. In Stoßzeiten deckt die Batterie zudem Lastspitzen ab, sodass der Park mehr Leistung liefern kann, als der Netzanschluss allein zulassen würde.

Fünfzig Ladeparks, aber kleinere Puffer als in Wertheim

Der Plan für 2027 ist größer, aber nicht einheitlich. Fünfzig Systeme und mehr als 20 MWh ergeben im Schnitt rund 400 kWh pro Standort – weniger als die Hälfte dessen, was Wertheim hat. Die typische Anlage wird daher auf Spitzenlastkappung und die Erschließung neuer Standorte ausgelegt sein, nicht darauf, einen ganzen Park netzunabhängig zu betreiben.

Eine eigene Überschlagsrechnung: Wenn jedes dieser 50 Systeme einen Vollzyklus pro Tag fährt, sind das etwa 20 MWh pro Tag oder 7,3 GWh im Jahr. Ein Familien-Elektroauto, das mit einem 77-kWh-Akku von 10 auf 80 Prozent lädt, nimmt rund 54 kWh auf. Der Puffer in Wertheim reicht also für etwa 19 solcher Ladevorgänge. Das Netz füllt ihn fortlaufend wieder auf – und genau darum geht es.

Hemsbach bekommt zusätzlich ein Solardach

Ein zweites Projekt in Hemsbach ist ein Neubau: zwölf Schnellladepunkte unter einem Photovoltaik-Carport mit mehr als 223 kWp sowie ein Speicher mit über 2 MWh. Anders als in Wertheim wird der Solarstrom gespeichert und später am selben Standort genutzt. Ein Carport dieser Größe kann zwölf Fahrzeuge nicht allein mit voller Leistung versorgen. Netz und Batterie übernehmen die Hauptarbeit, während die Module den zugekauften Strom reduzieren.

Was der Ladevorgang kostet

Der Batteriespeicher verändert den Standort, nicht den Tarif. Mit den Preisen, die Ionity in den meisten EU-Märkten anwendet, und einem 77-kWh-Auto, das von 10 auf 80 Prozent geladen wird, ergibt sich in unserem Ladekostenrechner bei 22 kWh/100 km folgendes Bild:

  • Ad-hoc-Tarif rund 0,79 €/kWh: 42,70 € pro Ladevorgang, etwa 17,40 € pro 100 km.
  • Vertragstarif rund 0,49 €/kWh: 26,50 € pro Ladevorgang, etwa 10,80 € pro 100 km.
  • Diesel bei 6,5 l/100 km und 1,55 €/l: rund 10,10 € pro 100 km.

Das sind Listenpreise, die je nach Land und Vertrag abweichen – prüfen Sie also Ihre eigenen Werte. Der Punkt bleibt: Mit Ad-hoc-Preisen ist Schnellladen an einer deutschen Autobahn pro Kilometer noch teurer als ein effizienter Diesel. Unsere Liste der günstigsten Ladestandorte zeigt, wie groß die Spanne in Europa bereits ist.

Externe Schränke statt integrierter Batterien

Ionity kauft externe Systeme statt Ladesäulen mit integrierten Batterien und argumentiert, dass ein Schrank mehrere Ladepunkte bedienen kann, unabhängig von der Marke der Ladehardware. Der Speicher kommt vom chinesischen Hersteller Sungrow. Bislang setzt Ionity ausschließlich auf externe Batteriespeicher, betont aber, für Ladestationen mit integrierten Batterien offen zu sein und deren Einsatz zu prüfen. Wie die übrigen Anlagen beschafft werden, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt.

Stationäre Speicher werden in der Regel nur in einem Teilbereich des Ladezustands betrieben, um die Alterung zu verlangsamen.

Was Ionity nicht sagt

Das Unternehmen arbeitet daran, die Batterien später für Netzleistungen und Energiehandel zu nutzen; dafür müsste sein Managementsystem weit mehr abbilden als Ladevorgänge. Die Kosten der Anlage in Wertheim, die Verteilung der 50 Systeme auf die Länder und die Zahl der Standorte, die Solar erhalten, sind nicht veröffentlicht. Unsere Supercharger-Datenbank zeigt, wie viele Standorte ein Ladenetz versorgen muss: Allein Ionity betreibt Hunderte Standorte in Europa – 50 batteriegepufferte Parks sind ein Bruchteil davon.

Quelle: https://www.electrive.com/2026/10/27/ionity-plans-battery-storage-systems-at-50-charging-parks/

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