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Hyundai Mobis: Universeller 160-kW-Antrieb für alle E-Autos

Illustrationsfoto für evmagazine.eu
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Hyundai Mobis, der wichtigste Zulieferer hinter der Hyundai Motor Group, hat einen universellen E-Antrieb mit 160 kW entwickelt, der von kompakten City-Hatchbacks bis zu großen Familien-SUV überall passen soll. Das neue Power-Electric-System basiert auf einer modularen Plattform, die Motor, Inverter und Leistungsmodul standardisiert. So können Hersteller die Leistung skalieren, ohne für jedes Modell einen komplett neuen Antriebsstrang zu konstruieren. Mit einem leichteren, kompakteren Paket und einem ganzen Trio von Leistungsstufen in Aussicht positioniert sich das Unternehmen als Zulieferer für die gesamte E-Auto-Branche – nicht nur für die eigenen Konzernmarken.

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Beim Wettlauf um günstigere Elektroautos geht der Blick meist auf die Batterie – doch der Antriebsstrang ist genauso entscheidend. Hyundai Mobis hat nun ein Zeichen gesetzt, das verändern könnte, wie die Branche über die Skalierung der E-Auto-Produktion denkt. Am 7. Mai 2026 gab der südkoreanische Automobilzulieferer bekannt, die Entwicklung eines 160-kW-Power-Electric-Systems (PE) abgeschlossen zu haben – einer universellen Antriebseinheit, die das Unternehmen Automobilherstellern weltweit anbieten will.

Anders als die maßgeschneiderten Antriebe, die traditionell für einzelne Modelle entwickelt werden, ist das neue System als Plattformlösung angelegt. Es lässt sich mit minimalem Konstruktionsaufwand über Fahrzeugsegmente hinweg anpassen – ein Wandel, der Entwicklungszeiten und Produktionskosten für Hersteller senken dürfte, die den teuren Ausstieg aus dem Verbrenner noch bewältigen müssen.

Was das PE-System unterscheidet

Ein Power-Electric-System ist im E-Auto das, was Verbrennungsmotor plus Getriebe im konventionellen Fahrzeug sind. Die Einheit von Hyundai Mobis kombiniert drei Kernkomponenten: einen Elektromotor, einen Inverter und ein Reduktionsgetriebe. Zusammen wandeln sie den Gleichstrom der Batterie in die mechanische Kraft um, die die Räder antreibt.

Die 160 kW Leistung entsprechen umgerechnet rund 215 PS – mehr als genug für das durchschnittliche Familien-E-Auto. Für leistungsorientierte Modelle können Hersteller eine Einheit an der Vorderachse und eine weitere an der Hinterachse einbauen und kommen so auf kombinierte 320 kW (rund 430 PS). Damit liegt man klar im Bereich von Sportlimousinen und Premium-SUV.

Was dieses System unterscheidet, sind nicht nur die Zahlen, sondern die Architektur. Hyundai Mobis hat Stator, Inverter und Leistungsmodul über die gesamte Palette hinweg standardisiert. Indem diese als modulare Bausteine behandelt werden, kann das Unternehmen Komponenten je nach Fahrzeug kombinieren, ohne jedes Mal neu zu konstruieren. Das unterscheidet sich deutlich vom traditionellen Vorgehen, bei dem Hersteller mit mehreren Zulieferern einzelne Komponenten entwickelten und sie anschließend zu einem funktionierenden System zusammensetzten.

Leichter, kleiner, effizienter

Obwohl das 160-kW-System als universelles Produkt angelegt ist, verbessert es mehrere Kennwerte, die sich direkt auf Reichweite und Innenraum auswirken. Die spezifische Leistung – also die Leistung pro Gewichtseinheit – ist im Vergleich zu früheren Generationen um rund 16 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ist das Volumen um fast 20 Prozent geschrumpft.

Diese Zugewinne sind relevant. Ein kompakterer Antriebsstrang schafft Platz für Batterien, Gepäck oder Passagiere. Außerdem sinkt die Gesamtmasse des Fahrzeugs, was wiederum den Verbrauch senkt und die Reichweite erhöht.

Erreicht hat Hyundai Mobis das mit einer neuen Motorkühlung, die Wärme unter hoher Last wirksamer abführt. Auch das Leistungsmodul, in dem die Halbleiter für das Schalten des Stroms sitzen, wurde optimiert, um die Effizienz bei der Umwandlung zu maximieren. Weniger als Wärme verlorene Energie bedeutet mehr Energie auf der Straße.

Drei Leistungsstufen für jedes Segment

Die 160-kW-Einheit liegt in der Mitte eines geplanten Trios. Ein 250-kW-Hochleistungssystem für Premium- und Performance-Fahrzeuge hatte Hyundai Mobis bereits 2025 fertiggestellt. Vor Ende des ersten Halbjahres 2026 will das Unternehmen eine kompakte 120-kW-Version abschließen, die auf kleine Stadtwagen und Schwellenmärkte zugeschnitten ist, wo die Vorgaben bei Kosten und Bauraum am engsten sind.

Die komplette Palette umfasst dann:

  • 120 kW – minimale Größe und minimales Gewicht für Stadtwagen und preissensible Märkte
  • 160 kW – das universelle Arbeitstier für E-Autos im Volumensegment
  • 250 kW – leistungsstarke Variante für Flaggschiff-Limousinen und große SUVs

Diese Bandbreite gibt Hyundai Mobis die Flexibilität, die Technologie einem breiten Spektrum von Herstellern anzubieten – von preisorientierten Marken bis zu etablierten Premiummarken.

Vom Auftragsfertiger zum globalen Zulieferer

Für Hyundai Mobis markiert die Ankündigung eine strategische Neuausrichtung. Bisher fertigte das Unternehmen PE-Systeme vor allem als Auftragsfertiger nach den Vorgaben seiner Kunden. Die neuen Systeme stammen aus eigener Forschung und Entwicklung, mit eigenen Entwürfen für jede Hauptkomponente.

Dieser Wandel hat wirtschaftliches Gewicht. Wer die Designrechte besitzt, kann fertige Produktmodelle an jeden interessierten Käufer verkaufen – ähnlich wie es Hyundai Mobis bereits mit Batteriesystemen tut. Das Unternehmen hat bestätigt, dass ausländische Kunden bereits Interesse signalisiert haben, ohne sie zu nennen.

Weil Hyundai Mobis sowohl Design als auch Serienproduktion kontrolliert, erwartet das Unternehmen auch eine bessere Rentabilität. Die vertikale Integration von der Konstruktion bis zum Band senkt üblicherweise die Stückkosten und verbessert die Qualitätskontrolle – beides entscheidende Faktoren, während der Wettbewerb bei E-Autos weltweit zunimmt.

Warum europäische Käufer das interessieren sollte

Der europäische E-Auto-Markt reift, doch die Listenpreise bleiben für viele Kunden eine hartnäckige Hürde. Ein erheblicher Teil dieser Kosten steckt im Antriebsstrang und im Batteriepack. Wenn modulare, standardisierte Komponenten die Entwicklungskosten der Hersteller senken, könnten einige dieser Einsparungen langfristig auch im Autohaus ankommen.

Noch unmittelbarer sorgt das Auftreten eines leistungsfähigen Drittanbieters wie Hyundai Mobis für mehr Wettbewerb in einem Segment, das lange von den konzerneigenen Abteilungen der großen Hersteller und einer Handvoll Spezialfirmen dominiert wurde. Für kleinere Marken oder Neueinsteiger ohne das Kapital, eigene Elektroantriebe von Grund auf zu entwickeln, könnte ein bewährtes, kompaktes und effizientes 160-kW-System von der Stange eine attraktive Abkürzung auf den Markt sein.

Welche Fahrzeuge das neue System zuerst erhalten, hat Hyundai Mobis noch nicht mitgeteilt. Die bisherige Bilanz des Unternehmens spricht dafür, dass die Technologie zunächst bei Hyundai und Kia auftaucht, bevor sie zu externen Kunden gelangt. Angesichts der bestehenden Batterieverträge mit internationalen Herstellern scheint der Weg zu einer breiteren Nutzung bereits geebnet.

Was genau ist ein PE-System, und wie unterscheidet es sich von einem normalen Elektromotor?

Ein Power-Electric-System (PE) ist eine komplette Antriebseinheit, die nicht nur den Elektromotor umfasst, sondern auch den Inverter – er wandelt den Gleichstrom der Batterie für den Motor in Wechselstrom um – sowie ein Reduktionsgetriebe, das das Drehmoment auf die Räder überträgt. Es ersetzt im Verbrenner-Auto Motor und Getriebe vollständig und nicht nur den Motor allein.

Darf Hyundai Mobis diese Antriebe an konkurrierende Automarken verkaufen?

Ja. Hyundai Mobis agiert als unabhängiger Automobilzulieferer und vermarktet seine PE-Systeme aktiv bei Kunden weltweit außerhalb der Hyundai Motor Group. Das Unternehmen liefert bereits Batteriesysteme an internationale Hersteller und will dieses Modell nun im Antriebsbereich wiederholen.

Wie hilft modulares Design, die Kosten von E-Autos zu senken?

Durch die Standardisierung von Kernbauteilen wie Stator, Inverter und Halbleitern können Hersteller dieselbe Architektur über mehrere Modelle hinweg wiederverwenden und skalieren. Das spart die Kosten für einen eigenen Antriebsstrang für jedes neue Fahrzeug, verkürzt Entwicklungszyklen und vereinfacht die Serienproduktion – und hilft letztlich, Elektroautos günstiger zu machen.

Quelle: https://www.evmagazin.cz/hyundai-mobis-vyvinul-univerzalni-160kw-elektropohon-jedna-platforma-pokryje-vsechny-typy-ev

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