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Politische Turbulenzen treffen BMWs Batteriestrategie
Der japanische Batteriehersteller Envision AESC hat den Bau seines großen Werks in South Carolina gestoppt, nachdem mehr als 1 Milliarde US-Dollar in das Projekt geflossen sind. Als Hauptgrund für die unbefristete Aussetzung nennt das Unternehmen „politische und Marktunsicherheit“ – damit ist es der jüngste Fall in der sich wandelnden US-Landschaft der sauberen Energie.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Autohersteller und Batterieunternehmen befinden sich im Abwartemodus, während der Kongress über das zentrale Ausgabengesetz der Trump-Regierung berät, das die bundesstaatlichen Steuervorteile für E-Autos abschaffen und Milliarden an Fördermitteln für saubere Energie aus dem Inflation Reduction Act der Biden-Regierung streichen würde.
BMWs ehrgeizige US-Pläne in Gefahr
Strategische Bedeutung: Die Aktivitäten von BMW in South Carolina sind der Eckpfeiler der US-Elektrifizierungsstrategie des Unternehmens und stehen für die weltweit beliebten X-Modelle.
Die BMW Group will Batteriezellen für ihre Elektroautos nach dem Prinzip „local for local“ dort einkaufen, wo produziert wird. Das AESC-Werk war für diese Strategie entscheidend: Es sollte das nahe gelegene Werk in Spartanburg mit modernster Batterietechnologie der sechsten Generation versorgen.
Branchenweiter Rückzug aus der Produktion
AESC reiht sich in eine wachsende Liste von Unternehmen ein, die sich von Produktionszusagen in den USA zurückziehen. Daten der Politikforschungsgruppe Atlas Public Policy zufolge wurden im ersten Quartal 2025 mehr Projekte abgesagt als in den beiden Vorjahren zusammen.
Bemerkenswerte Absagen: Aspen Aerogels gab sein 1 Milliarde US-Dollar teures Werk in Georgia für thermische Barrieren von E-Auto-Batterien auf, Kore Power verwarf sein 1,2 Milliarden US-Dollar teures Batteriewerk in Arizona. Beide Unternehmen nannten ähnliche politische Unsicherheiten und Marktbedingungen.
Der Inflation Reduction Act unter Beschuss
Trump will die Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar für Privatkunden beim Kauf eines Elektroautos abschaffen – das würde die Wirtschaftlichkeit der E-Auto-Nutzung in den USA grundlegend verändern.
Der IRA schafft 37 Millionen US-Dollar an neuen Anreizen für Unternehmen, saubere Energietechnologien in den USA statt im Ausland zu produzieren; diese Programme drohen nun zu fallen.
Der IRA stellte wichtige Zuschüsse und Kredite bereit, um die hohen Vorabkosten für den Aufbau heimischer Batterieproduktionskapazitäten abzufedern.
Das Congressional Budget Office rechnet damit, dass die Kosten wegen der unerwartet hohen Nachfrage nach den Steuergutschriften auf über 800 Milliarden US-Dollar steigen – damit gerät das Programm ins Visier der Fiskalkonservativen.
BMW bleibt trotz Rückschlägen optimistisch
Trotz des Rückschlags bei AESC hält BMW an seinem US-Zeitplan für die Elektrifizierung fest. Zum Produktionsstopp bei AESC wollte sich BMW nicht äußern, doch ein Unternehmenssprecher sagte gegenüber InsideEVs, dass das eigene Batteriewerk in Woodruff, South Carolina, weiterhin 2026 mit der Montage von Hochvolt-Batteriemodulen beginnen soll.
Alternative Lieferketten: BMW hat seine Batterieversorgungsstrategie diversifiziert und arbeitet mit mehreren Zulieferern zusammen, darunter CATL, um die Produktion kontinuierlich fortzuführen. Die Werke in Ungarn und Mexiko sorgen für zusätzliche Flexibilität, während sich der US-Markt entwickelt.
Die weiteren wirtschaftlichen Folgen
Gouverneur Henry McMaster verwies gegenüber Journalisten auf die Unsicherheit in Washington, D.C., als Grund für den Baustopp. Die Behörden des Bundesstaats bleiben zuversichtlich, dass das Projekt irgendwann fortgesetzt wird; die Sprecherin des Handelsministeriums, Alex Clark, bestätigte, dass die bestehenden Förderpakete unverändert Bestand haben.
Ausblick: ungewisse Perspektiven
Wie es weitergeht: Branchenexperten betonen, dass verlässliche, langfristige politische Rahmenbedingungen nötig sind, damit die USA in der globalen E-Auto-Lieferkette wettbewerbsfähig bleiben. „Nichts ist für Unternehmen wichtiger als Marktklarheit“, sagte Bob Keefe, Geschäftsführer der Interessenvertretung für saubere Energie E2. „Es ist etwa so klar wie ein Schneesturm um Mitternacht.“
Quellen: InsideEVs, SC Daily Gazette, Washington Post