Tests & Fahrberichte

BYD Danza D9 und Z9 GT: 115 kWh, 850 kW und 100 Flash Charger für Indonesien

Der Denza Z9 GT Shooting Brake und der überarbeitete Denza D9 MPV auf einer Bühne in Jakarta, daneben steht eine weiße BYD-Flash-Charger-Einheit. KI-generierte Illustration.
Der Denza Z9 GT Shooting Brake und der überarbeitete Denza D9 MPV auf einer Bühne in Jakarta, daneben steht eine weiße BYD-Flash-Charger-Einheit. KI-generierte Illustration.
BYD verkauft in Indonesien seit Kurzem Autos unter dem Namen Danza, nachdem ein Markenrechtsstreit das Unternehmen zwang, Denza dort aufzugeben. Die ersten beiden Modelle sind der überarbeitete D9 MPV für 1,08 Mrd. IDR – umgerechnet rund 53.200 € auf der Straße in Jakarta – und der Z9 GT Shooting Brake für 2,25 Mrd. IDR, etwa 110.800 €. Beide gibt es dort ausschließlich als batterieelektrische Autos, beide nutzen die Blade-LFP-Batterie der zweiten Generation, und BYD kündigt an, bis Dezember 100 Flash Charger im Land installiert zu haben.

Zwei Autos, zwei Preisklassen

ModellBatterieAntriebNEDC-ReichweitePreis, Jakarta, auf der Straße
Danza D9115 kWh340 kW, Frontmotor730 km1,08 Mrd. IDR / 53.200 €
Danza Z9 GT122,49 kWh850 kW, drei Motoren, 1.210 Nm701 km2,25 Mrd. IDR / 110.800 €
Für Familien ist der D9 die interessantere Wahl. Sein Akku wuchs von 103,36 kWh auf 115 kWh, ein Plus von 11 %, und der Frontmotor leistet statt 230 kW nun 340 kW. Die NEDC-Reichweite stieg um 110 km auf 730 km. Der Z9 GT ist ein anderes Kaliber: 850 kW, ein angegebener Sprint von 0–100 km/h in 2,7 Sekunden und 122,49 kWh an Bord. Beide Werte sind Herstellerangaben. Unabhängige Messungen aus der Praxis gibt es für keines der beiden Autos, und genau die wären nötig, bevor wir etwas Endgültiges schreiben. Sobald solche Daten vorliegen, stellen wir sie im Reichweitenrechner von Bjørn Nyland bereit.

Die Ladekurve in kW

BYD hat den D9 in Jakarta vorgeführt. Von 10 % auf 70 % Ladezustand dauerte 5 Minuten 48 Sekunden. Bis 97 % waren es insgesamt 9 Minuten 43 Sekunden. Rechnen wir das um: 60 % von 115 kWh sind 69 kWh, die in 0,0967 Stunden fließen – das ergibt im Mittel 714 kW. Über das gesamte Fenster von 10–97 % werden 100,05 kWh in 0,1619 Stunden bewegt, also im Schnitt 618 kW, rund 5,4C für den Akku. BYD nennt für die Ladesäule selbst bis zu 1.500 kW, und jede T-förmige Einheit hat zwei Abgänge. Ein einzelnes Auto kann die 1.500 kW also nicht vollständig abnehmen. Die 618 kW im Mittel sind der Wert, den Fahrerinnen und Fahrer tatsächlich erleben – und er liegt noch immer weit über allem, was in Europa derzeit verkauft wird. Die Ladespitze des D9 ist nicht veröffentlicht. Ein Mittelwert von 618 kW legt eine Spitze deutlich über 700 kW nahe, doch wir sehen die Kurve lieber selbst, als auf Basis einer Pressemitteilung zu rechnen.

NEDC-Reichweite versus zu erwartender Verbrauch

Der NEDC-Zyklus ist großzügig, und der daraus abgeleitete Verbrauch zeigt das. 115 kWh für 730 km ergeben 15,8 kWh/100 km. Beim Z9 GT sind es 122,49 kWh auf 701 km, also 17,5 kWh/100 km. Ein großer elektrischer MPV braucht bei Autobahntempo keine 15,8 kWh/100 km. Realistisch sind 24 bis 28 kWh/100 km im Mix und 30 kWh/100 km bei konstant 130 km/h. Mit rund 110 kWh nutzbarer Kapazität sind das etwa 420 km im Mix und eher 360 km im Autobahntempo. Für Java, wo die Insel von Ende zu Ende 1.000 km lang ist, reicht das; für eine Fahrt von Prag nach München im Januar eher nicht. Eigene Annahmen lassen sich im Reichweitenrechner durchspielen.

Kosten pro 100 km

Teilt man den Preis durch die angegebene Reichweite, kommt der D9 auf 72,9 € pro Kilometer NEDC-Reichweite. Der Z9 GT landet bei 158,1 €. Diese Kennzahl schmeichelt Autos mit großer Reichweite, zeigt aber schnell, wie viel des Listenpreises in die Batterie fließt. Für die Betriebskosten nehmen wir einen Verbrauch von 26 kWh/100 km an. Zu Hause für 0,20 €/kWh geladen, kosten 100 km 5,20 €. An einem europäischen DC-Hub mit 0,50 €/kWh sind es 13,00 € – ungefähr das, was ein Diesel-Transporter mit 7,5 l/100 km und 1,60 €/l verbrennt. Die Ersparnis entsteht beim Laden zu Hause, nicht an öffentlichen Säulen. Der Ladekostenrechner rechnet mit Ihrem eigenen Tarif.

Hundert Ladestationen bis Dezember

Die ersten zehn Flash Charger gehen an Danza-Händler. Einheit Nummer eins läuft bereits am Standort Danza Bipo Gatot Subroto in Jakarta. Richard Li, bei BYD Direktor für Flash Charging im Raum Asien-Pazifik, hat das Ziel von 100 Standorten bis Jahresende ausgegeben. Fahrerinnen und Fahrer finden sie über die Apps von Utomo Charge+, iGreen+ und Arista Power sowie über eine eigene BYD-Flash-Charging-App. Unsere Supercharger-Datenbank führt 483 europäische Standorte mit Preisen; Indonesien ist noch nicht dabei. BYD ist nicht der einzige Hersteller, der diese Ladeklasse vorantreibt. Li Auto hat am 20. Oktober seine eigene 5C-Zelle und den überarbeiteten i6 vorgestellt, wie wir in unserem Bericht zum Li Auto Power Day geschrieben haben.

Warum 1.500 kW in Europa selten sind

Der begrenzende Faktor ist der Strom. Ein 1.000-V-Akku, der 1.500 kW zieht, braucht 1.500 A über Kabel und Stecker. Europäische öffentliche Hubs liefern üblicherweise 350 bis 400 kW pro Abgang, und der Netzanschluss hinter einem Standort ist meist die engere Grenze als die Hardware. Südostasien ist die Region, in der chinesische Hersteller diese Technik zuerst installieren. Nio hat dieses Jahr einen 350 m² großen Firefly-Store in Bangkok eröffnet, worüber wir in Nios Vorstoß in den thailändischen Handel berichtet haben. BYDs Indonesien-Ankündigung enthält keinen europäischen Preis, keinen europäischen Marktstart und keinen Plan, Flash Charger in EU-Märkte zu liefern. Der D9 und der Z9 GT werden in unseren E-Auto-Katalog aufgenommen, sobald Spezifikationen für europäische Versionen vorliegen. Für Indonesien bleibt als konkrete Tatsache die erste Ladesäule am Gatot Subroto und das Ziel von 100 Einheiten bis Dezember.

Quelle: https://www.electrive.com/2026/10/20/indonesia-byd-launches-first-danza-evs-prepares-to-deploy-100-flash-chargers/

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