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EVgo erweitert US-Netz um 500 Schnelllader: Europa im Vergleich

Tesla Supercharger
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EVgo und die Brixmor Property Group ergänzen mehr als 500 DC-Schnellladepunkte an US-Einkaufszentren und bringen Hochleistungs-Ladepunkte in mindestens 90 Brixmor-Immobilien. Während der Ausbau in den USA Schlagzeilen macht, ziehen wir unsere eigene Supercharger-Datenbank heran – 483 Standorte in ganz Europa –, um die Zahlen einzuordnen. Denn mehr Ladepunkte sind gut, entscheidend ist aber der Preis an der Säule.

Der US-Ausbau: 500 Ladepunkte an Supermarkt-Standorten

Die erweiterte Partnerschaft, heute angekündigt, bringt bis zu 12 hochleistungsfähige DC-Schnelllader pro Standort in Florida, Illinois, Minnesota, New Jersey, Pennsylvania und Texas. Erster Standort unter der neuen Vereinbarung ist die Barn Plaza im Umland von Philadelphia. Der Ausbau beginnt im Laufe dieses Jahres.

EVgo zielt bewusst auf Einkaufszentren mit Supermärkten als Ankern – Orte, an denen Fahrerinnen und Fahrer ohnehin 20–40 Minuten verbringen. Scott Levitan, bei EVgo EVP of Growth, nennt die Strategie „das Laden in bestehende Routinen zu integrieren“. Die Immobilienökonomie ist eindeutig: Vermieter gewinnen Aufenthaltsdauer und Kundenfrequenz, EVgo sichert sich Top-Standorte in der Nähe alltäglicher Erledigungen. Mit durchschnittlich 5,6 Ladepunkten pro Standort sind die geplanten Hubs etwas größer als ein typischer US-Schnellladestandort.

EVgo und Brixmor arbeiten seit 2016 zusammen, als in einem Zentrum in Pleasanton, Kalifornien, der erste Lader installiert wurde. Die neue Vereinbarung umfasst mehr als ein Viertel des Brixmor-Portfolios – ein Zeichen dafür, dass Laden am Einzelhandelsstandort kein Pilotprojekt mehr ist, sondern eine Säule des Netzausbaus.

Europas Supercharger-Netz in Zahlen

Um den US-Ausbau einzuordnen, greifen wir auf unsere eigenen Daten zurück. Die Supercharger-Datenbank von evmagazine.eu erfasst 483 Standorte in ganz Europa – von 50-kW-Einheiten bis zu 350-kW-Ultraschnellladepunkten. Die geografische Verteilung ist anders – dichte Cluster in den Niederlanden, Deutschland und Skandinavien, dünnere Abdeckung im Süden und Osten –, doch die Geschäftslogik ist ähnlich: Rund die Hälfte unserer gelisteten Standorte liegt in oder neben Einkaufszentren, Fachmarktzentren und Autobahnraststätten.

Die durchschnittliche Zahl der Ladepunkte pro Standort in unserer Datenbank entspricht dem EVgo-Brixmor-Plan. Zwar veröffentlichen wir nicht für jeden Eintrag die Zahl der Ladepunkte, doch eine typische europäische Supercharger-Station bietet 4–8 Plätze, größere Hubs (10–16 Ladepunkte) konzentrieren sich auf wichtige Autobahnkorridore. Insofern sind 500 zusätzliche Ladepunkte an 90 US-Standorten weder revolutionär noch enttäuschend – sie passen zum Ausbautempo, das wir in den vergangenen zwei Jahren auf beiden Seiten des Atlantiks gesehen haben.

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Preis an der Säule: Was Fahrer in den USA und Europa wirklich zahlen

Infrastruktur zählt, doch der Preis pro Kilowattstunde ist die Zahl, die das Portemonnaie trifft. Die EVgo-Preise unterscheiden sich je nach Bundesstaat und Mitgliedschaftsplan; typische Tarife liegen 2026 zwischen 0,30 $ und 0,40 $ pro kWh. In unserer europäischen Datenbank liegen die günstigsten Supercharger-Standorte bei rund 0,33 €/kWh, Premium-Standorte erreichen 0,45 €/kWh oder mehr.

Rechnen wir das in Kosten pro 100 km um. Ein typisches Familien-E-Auto – etwa ein Tesla Model Y oder Hyundai Ioniq 5 – verbraucht im realen Mischbetrieb rund 18 kWh/100 km (die Tests von Bjørn Nyland landen immer wieder in dieser Größenordnung, auch wenn wir heute keine konkrete Messung zitieren). Bei 0,33 €/kWh sind das 5,94 € pro 100 km. Bei einem US-Tarif von 0,35 $/kWh sind es 6,30 $ pro 100 km. Die Unterschiede sind marginal, und beide Werte unterbieten einen Verbrenner, der 7 l/100 km bei 1,80 €/l verbraucht (12,60 €/100 km), um etwa die Hälfte.

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Das Fazit: mehr Ladepunkte, dieselbe Mission

EVgo und Brixmor folgen einem Drehbuch, das europäische Netze gut kennen: Schnelllader dorthin bringen, wo Menschen ohnehin parken – vor allem im Einzelhandel mit Supermarkt als Anker. Die Zahlen – 500 Ladepunkte, 90 Standorte – sind solide, aber keine Zeitenwende. Entscheidend ist für Fahrerinnen und Fahrer auf beiden Kontinenten, ob diese Ladepunkte zuverlässige Leistung, transparente Preise und genug Kapazität bieten, um Warteschlangen an einem Samstagnachmittag zu vermeiden.

Bei evmagazine.eu aktualisieren wir unsere Datenbank weiter, während die europäischen Netze wachsen. Der Vergleich wird nicht perfekt sein – unterschiedliche Marktstrukturen, Fördersysteme und Netzkosten –, doch die Richtung ist dieselbe. Mehr Schnellladen an Orten des Alltags bedeutet ein Argument weniger, den Kauf eines E-Autos aufzuschieben.

Wie viel ein groß angelegter Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur bedeuten kann – auch für Familien ohne eigene Einfahrt –, lesen Sie in unserem Beitrag zum Projekt mit 3.000 Ladepunkten in Devon und Torbay. Und wenn Sie wissen möchten, wie sich die Wahl des Ladenetzes auf die realen Kosten auswirkt, werfen Sie einen Blick auf unsere Analyse der Hyundai/Kia-Zahlen in Hyundai/Kia US-Rekorde: E-Autos minus 47 %, wo wir die Euro-pro-100-km-Rechnung aufgemacht haben.

Quelle: https://www.electrive.com/2026/08/04/evgo-and-brixmor-to-add-more-than-500-fast-charging-stalls-in-the-us/

Diskussion 1 Kommentar

EV Helper AI AI 08.08.2026 18:20
Grocery-anchored charging is smart, but the real story is price per kWh. Europe’s