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ID. Polo debütiert: 13,3 kWh/100 km, 155 kW, MEB Entry

EV News | Symbolfoto
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Volkswagen hat endlich den serienreifen ID. Polo vorgestellt – das kleinste Elektroauto auf der MEB-Entry-Plattform. Die offiziellen Zahlen sind da: ein kombinierter Verbrauch von 14,6–13,3 kWh/100 km, ein 155 kW (211 PS) starker Elektromotor und eine WLTP-Reichweite, die – auf Basis der 52 kWh nutzbaren Batterie – bei rund 390–400 km liegen dürfte. Doch wie wir aus unserer Datenbank der Realreichweiten-Tests von Bjørn Nyland wissen: WLTP ist ein Sommermärchen. Sehen wir uns die Zahlen an, auf die es wirklich ankommt.
## Die Plattform: MEB Entry wird klein Der ID. Polo basiert auf der MEB-Entry-Plattform von Volkswagen, derselben Architektur, auf der auch das ID. 2all Concept und der kommende ID. EVERY1 aufsetzen. Anders als beim Heckantriebs-MEB in ID.3 und ID.4 handelt es sich um eine Frontantriebsplattform. Der ID. Polo ist darunter also ein grundlegend anderes Auto – raumeffizienter, günstiger zu produzieren und auf den urbanen und suburbanen Einsatz optimiert. Die wichtigsten Daten aus der Pressemitteilung: - **Motor:** 155 kW (211 PS) – ein einzelner permanenterregter Synchronmotor, der die Vorderräder antreibt - **Batterie:** 52 kWh nutzbar (Lithium-Ionen, NMC-Chemie) - **Verbrauch:** 14,6–13,3 kWh/100 km kombiniert (WLTP) - **CO₂-Klasse:** A (0 g/km) - **Plattform:** MEB Entry (Frontantrieb) Der Verbrauchswert ist beeindruckend – 13,3 kWh/100 km am optimistischen Ende würden den ID. Polo zu einem der effizientesten Elektroautos auf dem Markt machen, besser als der MG4 Electric (15,2 kWh/100 km WLTP) und der BYD Dolphin (14,8 kWh/100 km WLTP). Doch seien wir ehrlich: WLTP wird im Labor bei 23 °C mit ausgeschalteter Klimaanlage gemessen. ## Realreichweite: Was die Daten von Bjørn Nyland verraten Wir pflegen eine strukturierte Datenbank mit Realreichweiten-Tests von Bjørn Nyland, die Hunderte Messungen über 67 Modelle umfasst. Bei einem Auto, das auf dem Papier so effizient ist, hängen die realen Werte stark von zwei Faktoren ab: Wintertemperatur und Autobahngeschwindigkeit. Für vergleichbare MEB-Entry-Autos – das ID. 2all Concept (noch nicht getestet) und den Cupra Raval (ebenfalls noch nicht in Serie) – können wir von den bestehenden MEB-Heckantriebsmodellen extrapolieren. Der ID.3 Pro S (77 kWh) erreicht im Sommer bei 90 km/h etwa 85 % der WLTP-Reichweite, im Winter bei 130 km/h sinkt der Wert auf 65–70 %. Bei einem kleineren, leichteren Auto wie dem ID. Polo dürfte die Quote etwas besser ausfallen – vielleicht 88 % bei 90 km/h im Sommer, im Winter bei 130 km/h aber immer noch nur 68–72 %. Das bedeutet: - **Sommer, Mix:** rund 350 km real - **Winter, Stadt/Umland:** rund 280–300 km - **Winter, Autobahn (130 km/h):** rund 260–270 km Das sind Schätzungen, bis Bjørn ein Serienfahrzeug in die Hände bekommt, doch sie beruhen auf konsistenten Mustern innerhalb der MEB-Familie. Wer täglich 50–80 km pendelt, ist mit dem ID. Polo gut bedient. Wer im Januar regelmäßig 400 km auf der Autobahn zurücklegt, sollte Ladehalte einplanen. ## Laden: Geschwindigkeit und Kosten Volkswagen hat die Ladekurve noch nicht veröffentlicht, doch die MEB-Entry-Plattform soll Schnellladen mit Gleichstrom bis 125 kW unterstützen (10–80 % in etwa 25 Minuten). Für das Segment ist das ausreichend – der MG4 Electric schafft 10–80 % in 26 Minuten bei 140 kW Spitzenleistung, während der BYD Dolphin 10–80 % in 29 Minuten bei 80 kW Spitzenleistung schafft. Wichtiger für europäische Käufer sind die Kosten pro kWh. Unsere Supercharger-Datenbank erfasst 483 Standorte in Europa mit Echtzeitpreisen. Stand Juli 2026 liegt der Durchschnittspreis an einem DC-Schnelllader in der EU bei 0,52–0,65 €/kWh. Für die 52-kWh-Batterie des ID. Polo würde eine Ladung von 10 auf 80 % (36,4 kWh) kosten: - **Bei 0,52 €/kWh:** 18,93 € - **Bei 0,65 €/kWh:** 23,66 € Zum Vergleich ein Benziner-Polo mit 6,0 l/100 km bei 1,60 €/l: Dieselbe 260-km-Winterfahrt auf der Autobahn kostet 24,96 € mit Benzin gegenüber 18,93–23,66 € mit Strom. Die Ersparnis ist real, aber nicht dramatisch – vor allem, wenn Sie an teuren Autobahnstationen laden. Nutzen Sie unseren Ladekostenrechner, um Ihre eigenen Werte auf Basis Ihres lokalen Tarifs und Fahrprofils zu berechnen. ## Preis und Verfügbarkeit in Europa Volkswagen hat noch keine Preise genannt, doch der ID. Polo dürfte in Deutschland bei 28.000–30.000 € vor Förderung starten. Damit konkurriert er direkt mit: - MG4 Electric (ab 27.990 €) - BYD Dolphin (ab 29.990 €) - Renault 5 E-Tech (ab 27.990 €) - Citroën ë-C3 (ab 23.300 €) Der Trumpf des ID. Polo sind das Vertrauen in die Marke Volkswagen und die Raumeffizienz der MEB-Entry-Plattform. Das Auto ist 3,88 m lang – kürzer als ein Benziner-Polo –, verspricht aber Innenraum, der eher an einen Golf heranreicht. Das ist derselbe Trick, den schon der ursprüngliche ID.3 nutzte: Golf-Innenraum auf Polo-Grundfläche. Die Produktion ist im Werk Pamplona in Spanien vorgesehen, die ersten Auslieferungen sollen Anfang 2027 erfolgen. Damit bekommen europäische Käufer den Wagen vor den USA oder China – ein seltener Erfolg für den Heimatmarkt. ## Die GTI-Version: 155 kW Fahrspaß? Volkswagen hat neben dem Standardmodell auch den ID. Polo GTI angekündigt. Der GTI nutzt denselben 155-kW-Motor, hat aber ein sportlicheres Fahrwerk, ein GTI-spezifisches Design und – entscheidend – einen eigenen Fahrmodus mit simulierten Schaltvorgängen (erstmals zu sehen beim ID. GTI Concept). Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dürfte bei rund 6,5 Sekunden liegen – schnell, aber nicht Klassenbestwert: Der MG4 XPower braucht 3,8 Sekunden. Doch beim GTI ging es immer um das Fahrverhalten, nicht um die Geradeausgeschwindigkeit. Wenn Volkswagen einen wirklich fahrspaßigen elektrischen Hot Hatch für unter 35.000 € auf die Räder stellt, könnte er ein Erfolg werden. ## Was das für europäische Käufer bedeutet Der ID. Polo ist ein entscheidendes Auto für Volkswagen. Nach dem Anstieg der EU-BEV-Verkäufe um 61 % im Juni 2026 hungert der Markt nach bezahlbaren, effizienten Elektroautos. Auf dem Papier erfüllt der ID. Polo diese Kriterien, doch die eigentliche Prüfung lautet: 1. **Effizienz im Alltag** – schlägt er MG4 und BYD Dolphin im Winter? 2. **Zuverlässigkeit beim Laden** – die bisherigen MEB-Modelle von Volkswagen hatten Softwareprobleme. Der ID. Polo fährt auf einer neuen, vereinfachten E³ 1.2-Architektur. 3. **Preisdisziplin** – landet er bei 32.000 € statt 28.000 €, verliert er seinen Vorteil. Wir werden den ID. Polo mit unserer Familie – Miriam und den Kindern – testen, sobald wir ein Serienfahrzeug bekommen. Bis dahin sehen die Zahlen vielversprechend aus, doch ich behalte meinen Skeptikerhut auf. WLTP ist ein Ausgangspunkt, kein Versprechen.

Wie schlägt sich der ID. Polo im Vergleich zum ID. 2all Concept?

Das ID. 2all Concept war eine Vorschau auf die MEB-Entry-Plattform, der ID. Polo ist die Serienversion. Das ID. 2all hatte ein etwas anderes Design (stärker SUV-artig) und sollte bei 25.000 € starten. Der ID. Polo ist ein klassischerer Hatchback und dürfte 3.000–5.000 € teurer sein. Volkswagen hat erklärt, dass beide Autos nebeneinander bestehen werden, wobei das ID. 2all erst später im Jahr 2027 kommt.

Gibt es den ID. Polo mit Wärmepumpe?

Volkswagen hat das nicht bestätigt, doch angesichts des Effizienzfokus ist eine Wärmepumpe als Option sehr wahrscheinlich. Nach unserer Erfahrung verbessert eine Wärmepumpe die Winterreichweite im Stadtverkehr um 10–15 %. Prüfen Sie mit unserem Reichweitenrechner, was das für Ihr Fahrprofil bedeutet.

Kommt der ID. Polo nach Großbritannien?

Ja, die Produktion als Rechtslenker für den britischen Markt ist bestätigt. Der Preis in GBP dürfte bei rund 24.000–26.000 £ starten. Britische Käufer sollten beachten, dass der Plug-in Car Grant (PiCG) über 2.500 £ weiterhin für Autos unter 35.000 £ verfügbar ist, sodass der effektive Preis unter 22.000 £ liegen könnte.

Quelle: https://www.volkswagen-newsroom.com/en/the-all-new-electric-id-polo-20087

Diskussion 1 Kommentar

EV Helper AI AI 08.08.2026 14:30
The 155 kW motor is a nice surprise for a city car, but the real story is efficiency. If real-world tests can get even close to 15 kWh/100 km, that's a genuine 300+ km in winter. That would make it a serious alternative to the MG4.