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Ihr Browser unterstützt das Audio-Element nicht.Kalifornische Genehmigungen bringen Lucid-Nuro-Uber im Robotaxi-Rennen nach vorn
Nuro gab am 8. Mai 2026 bekannt, dass das Unternehmen von der California Public Utilities Commission (CPUC) eine Genehmigung erhalten hat, seine Robotaxis auf Basis des Gravity mit einem Sicherheitsbegleiter an Bord und Fahrgästen zu testen. Entscheidend ist, dass Nuro bereits im April 2026 eine separate Genehmigung des California Department of Motor Vehicles (DMV) erhalten hatte, die echte fahrerlose Tests auf öffentlichen Straßen ohne jegliche menschliche Sicherheitsbegleitung im Fahrzeug erlaubt. Die Genehmigungen gelten für die Countys Santa Clara und San Mateo, einschließlich des Betriebs bei leichtem Regen und mäßigem Nebel sowie bei Geschwindigkeiten von bis zu 45 Meilen pro Stunde (rund 72 km/h). Diese doppelte regulatorische Zulassung bringt das Konsortium aus Lucid, Nuro und Uber in seltene Gesellschaft. Nur eine Handvoll Betreiber hat beide Genehmigungen erhalten, und Nuro ist nun in der Lage, in einer der anspruchsvollsten Testumgebungen für autonome Fahrzeuge weltweit Daten aus der Praxis zu sammeln.
Die Tesla-Lücke: Versprechen ohne Genehmigungen
Besonders deutlich wird die Entwicklung im Vergleich zu Teslas aktueller Position. Trotz der wiederholten Ankündigungen von Elon Musk, Tesla werde ein vollständig autonomes Robotaxi-Netz betreiben, bleibt das Engagement des Unternehmens in Kalifornien begrenzt. Tesla betreibt in dem Bundesstaat derzeit einen Robotaxi-Dienst auf Basis des Model Y, doch bei jeder Fahrt sitzt ein Sicherheitsbegleiter am Steuer. Laut dem California DMV hatte Tesla mit Stand Februar 2026 nicht einmal die Genehmigung für fahrerlose Tests beantragt, über die Nuro nun verfügt; ein Sprecher des DMV bestätigte gegenüber InsideEVs, dass seitdem kein neuer Antrag eingegangen sei. In Austin, Texas, wo die regulatorischen Anforderungen deutlich weniger streng sind als in Kalifornien, hat Tesla nach eigener Bezeichnung „unbeaufsichtigte“ Robotaxis im Einsatz. Doch die Kluft zwischen Marketingrhetorik und regulatorischem Fortschritt im größten E-Auto-Markt des Landes lässt sich kaum noch übersehen.
500 Millionen US-Dollar für autonomes Ride-Hailing
Die Dreierpartnerschaft zwischen Lucid, Nuro und Uber ist eine der bedeutendsten kommerziellen Verpflichtungen im Bereich der autonomen Mobilität der vergangenen Jahre. Uber investiert 500 Millionen US-Dollar in Lucid und hat sich zum Kauf von mindestens 35.000 Fahrzeugen für seine autonome Flotte verpflichtet – sowohl Gravity SUVs als auch künftige Elektroautos auf Basis von Lucids kommender Mittelklasse-Plattform. Diese Fahrzeuge werden die Software- und Hardware-Architektur für autonomes Fahren von Nuro integrieren; Fahrgäste können sie über die Uber-App rufen. Die Unternehmen haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: den kommerziellen fahrerlosen Ride-Hailing-Betrieb in der San Francisco Bay Area bis Ende 2026. Gelingt das, wäre es der erste groß angelegte Einsatz von Premium-Elektro-Robotaxis durch eine etablierte Ride-Hailing-Plattform – eine Herausforderung für Waymos derzeitige Marktdominanz.
Waymos Vorsprung und das globale Expansionsrennen
Waymo, die Tochtergesellschaft von Alphabet für autonomes Fahren, ist weiterhin das einzige Unternehmen, das in Kalifornien in großem Umfang echte fahrerlose Bezahlfahrten anbietet – mit Hunderttausenden Fahrten pro Woche in San Francisco, Los Angeles, Phoenix und anderen US-Städten. Die Wettbewerbslandschaft verschärft sich jedoch rapide. Neben der Herausforderung durch Lucid, Nuro und Uber testen auch das von Amazon unterstützte Unternehmen Zoox und der chinesische Anbieter WeRide in Kalifornien. Waymo selbst drängt über die amerikanischen Grenzen hinaus und hat in London mit Fahrzeugen des Typs Jaguar I-PACE Tests für autonomes Fahren unter Aufsicht von Fachkräften begonnen. Das Unternehmen kartiert derzeit aktiv Londoner Stadtbezirke und baut die Serviceinfrastruktur auf; kommerzielle Angebote dürften folgen. Diese internationale Expansion macht eine entscheidende Realität deutlich: Die Technologie, die heute auf kalifornischen Straßen validiert wird, wird für den Einsatz in europäischen Städten von morgen vorbereitet.
Was das für die europäische Mobilität bedeutet
Für europäische Leserinnen und Leser ist das US-Robotaxi-Rennen kein fernes Schauspiel – es ist eine Vorschau auf die regulatorischen und technologischen Herausforderungen, die bald auf den Kontinent zukommen. In Europa gibt es derzeit keinen kommerziellen Robotaxi-Dienst im großen Maßstab, und die regulatorischen Rahmenbedingungen sind zwischen den Mitgliedstaaten weiterhin zersplittert. Zwar hat die EU umfassende Standards für Fahrzeugsicherheit und KI-Governance festgelegt, doch einzelne Länder und Städte entwickeln noch die konkreten Genehmigungsverfahren, die für kommerzielle fahrerlose Dienste nötig sind. Waymos Tests in London sind der derzeit weiteste Vorstoß in Europa, doch selbst dieser steckt noch in der Vorphase und läuft mit Sicherheitsspezialisten an Bord. Die kalifornische Erfahrung liefert einen Bauplan: strenge Genehmigungsverfahren, schrittweise Tests unter unterschiedlichen Wetterbedingungen und Partnerschaften zwischen Technologieanbietern, Autoherstellern und Mobilitätsplattformen. Wenn europäische Regulierer irgendwann den Weg für kommerzielle Robotaxi-Dienste frei machen, werden die Unternehmen, die ihre Systeme bereits im anspruchsvollen Umfeld Kaliforniens bewiesen haben, einen entscheidenden Vorteil haben. Die Frage ist nicht, ob autonomes Ride-Hailing nach Europa kommt, sondern welche Allianz – und welche zugrunde liegende Technologie – zuerst bereit sein wird, es einzusetzen.
Worin unterscheiden sich die CPUC- und die DMV-Genehmigung, die Nuro erhalten hat?
Die Genehmigung des California DMV erlaubt es Nuro, seine Lucid Gravity Robotaxis auf öffentlichen Straßen ohne menschlichen Sicherheitsfahrer im Fahrzeug zu testen. Die separate CPUC-Genehmigung erlaubt es dem Unternehmen, während der Tests Fahrgäste zu befördern, zunächst allerdings in Anwesenheit eines Sicherheitsbegleiters. Zusammen schaffen diese Genehmigungen einen regulatorischen Weg zum vollständig kommerziellen fahrerlosen Ride-Hailing.
Warum hat Tesla in Kalifornien keine Genehmigung für fahrerlose Tests beantragt?
Tesla hat nicht öffentlich erklärt, warum das Unternehmen keine Genehmigung für fahrerlose Tests in Kalifornien beantragt hat. Der Hersteller betreibt seinen Robotaxi-Dienst in Kalifornien mit Sicherheitsbegleitern an Bord und konzentriert seine unbeaufsichtigten Autonomie-Bestrebungen auf Austin, Texas, wo die regulatorischen Hürden niedriger sind. Branchenbeobachter vermuten, dass Tesla eine andere regulatorische Strategie verfolgt oder dass sein Full Self-Driving-System die spezifischen Sicherheitsanforderungen Kaliforniens noch nicht erfüllt.
Wann könnten solche Robotaxis in Europa verfügbar sein?
Einen endgültigen Zeitplan für kommerzielle Robotaxi-Starts in Europa gibt es nicht. Waymo testet derzeit in London mit Sicherheitsspezialisten, kommerzielle Angebote gibt es aber noch nicht. Europäische Regulierer arbeiten an Rahmenwerken für den Einsatz autonomer Fahrzeuge, wobei der Fortschritt von Land zu Land unterschiedlich ist. Branchenanalysten erwarten mehrheitlich, dass begrenzte kommerzielle Robotaxi-Dienste zwischen 2027 und 2028 in ausgewählten europäischen Städten starten – abhängig von behördlichen Genehmigungen und der Validierung der Technologie.
Quelle: https://insideevs.com/news/795337/lucid-gravity-nuro-uber-california-permit/