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Ihr Browser unterstützt das Audio-Element nicht.Eine Integration, 1,1 Millionen Ladepunkte
Die am 3. Juni 2026 angekündigte Partnerschaft bringt Road offiziell in Hubjects Intercharge-eRoaming-Plattform. Der unmittelbare Nutzen ist beidseitig: Die Kunden von Road – Ladepunktbetreiber und E-Mobility-Service-Provider – erhalten Zugang zu mehr als 1,1 Millionen Ladepunkten in über 75 Ländern, ohne zusätzliche bilaterale Integrationen aufbauen zu müssen. Im Gegenzug soll Roads eigenes Netz von mehr als 100.000 öffentlichen Ladepunkten, vor allem in Benelux und Deutschland, mittelfristig für alle Intercharge-Partner zugänglich werden.
Christian Hahn, CEO von Hubject, bezeichnete die Vereinbarung als „bedeutende Ergänzung des Intercharge-Netzwerks“. Road bediene „eine breite Basis von CPOs und eMSPs in Märkten, in denen Interoperabilität bereits gut etabliert ist“. Das ist ein bemerkenswerter Hinweis: Die Niederlande und Deutschland gehören zu den am weitesten entwickelten Lademärkten für Elektroautos in Europa, und beide verlangen seit Langem offene, interoperable Lösungen als Grundvoraussetzung – nicht als Premium-Funktion.
Wer ist Road – und warum ist das wichtig?
Road wurde 2017 in den Niederlanden mit einer klaren These gegründet: Ladepunktbetreiber und E-Mobility-Service-Provider müssen ihre Ladesoftware nicht von Grund auf selbst entwickeln. Stattdessen brauchen sie eine zuverlässige, modulare White-Label-SaaS-Plattform, die sie mit eigenem Branding versehen und anpassen können – und können sich danach auf den Ausbau ihres Geschäfts konzentrieren.
Die Plattform des Unternehmens unterstützt die Protokolle OCPP 2.x und OCPP 1.6 – die Branchenstandards für die Kommunikation zwischen Hardware und Software – abgesichert durch TLS-1.3+-Verschlüsselung und nach eigenen Angaben mit einer Verfügbarkeit von 99,98 %. Road ist nach ISO 27001 zertifiziert und DSGVO-konform – für Betreiber, die Infrastruktur in regulierten europäischen Märkten aufbauen, längst eine Grundvoraussetzung.
Die Kundenliste ist aussagekräftig: Vattenfall, Kia, der Energiehändler GreenChoice, das Bau- und Infrastrukturunternehmen Heijmans und der Solartechnik-Spezialist SMA – ein Querschnitt aus Energieversorgern, Automarken und Infrastrukturunternehmen, der zeigt, wo Ladeinfrastruktur heute tatsächlich entsteht. Zu den Wettbewerbern in diesem Feld zählen Ampeco und Driivz, die beide in Europa stark expandiert sind.
Hubject: das Rückgrat, das die meisten nie sehen
Hubject wurde als Joint Venture von acht Schwergewichten gegründet: BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen, EnBW, Enel X, E.ON, Bosch und Siemens. Mit Sitz in Berlin ist das Unternehmen zum weltweit größten internationalen eRoaming-Netzwerk gewachsen und verbindet mehr als 3.500 B2B-Partner in über 75 Ländern. Die Intercharge-Plattform macht komplexe bilaterale Vereinbarungen zwischen jedem Betreiberpaar überflüssig – stattdessen genügt ein einziger Integrationspunkt, um netzübergreifendes Laden für Fahrende und Unternehmen zu ermöglichen.
Hubject unterstützt außerdem Plug&Charge, den ISO-15118-Standard, mit dem kompatible Elektroautos sich automatisch authentifizieren und den Ladevorgang starten können – ohne App oder Karte. Da immer mehr neue Fahrzeuge mit Plug&Charge ausgeliefert werden – Porsche, Hyundai, BMW und andere haben die Funktion bereits eingeführt –, gewinnen Plattformen wie Intercharge strategisch weiter an Bedeutung.
Fragmentierung: Europas hartnäckiges Ladeproblem
Trotz jahrelanger Investitionen und Regulierung frustriert das öffentliche Laden in Europa noch immer viele Fahrende. Das Kernproblem ist die Fragmentierung: ein Flickenteppich aus Betreibern, Apps, RFID-Karten und Preisstrukturen, die sich nicht nur zwischen Ländern, sondern zwischen benachbarten Gemeinden unterscheiden. EU-Vorschriften wie die Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) drängen auf mehr Interoperabilität und Transparenz, doch die technische Basis, die Roaming zwischen Netzen tatsächlich funktionsfähig macht, bleibt ein komplexer, wettbewerbsintensiver Markt.
eRoaming-Plattformen wie Hubjects Intercharge – neben Wettbewerbern wie e-clearing.net – spielen eine entscheidende Rolle dabei, diese Silos zu überbrücken. Jeder neue Softwareanbieter wie Road, der seine verwalteten Ladepunkte an ein eRoaming-Rückgrat anbindet, erweitert die praktische Nutzbarkeit des gesamten Ladeökosystems für die Endnutzer.
Mit den integrierten 100.000 Ladepunkten von Road wird ein E-Auto-Fahrender, der einen beliebigen mit Intercharge verbundenen eMSP nutzt, künftig auch an von Road betriebenen Stationen mit seinem bestehenden Vertrag laden können – ohne neue App, ohne separates Konto. Das klingt einfach. Ist es aber keineswegs – und genau deshalb sind Ankündigungen wie diese wichtig.
Interoperabilität als Wettbewerbsvorteil
Aus geschäftlicher Sicht verstärkt die Vereinbarung einen Trend, der sich seit 2024 beschleunigt: Anbieter von Ladesoftware konkurrieren zunehmend über die Konnektivität ihres Ökosystems, nicht nur über Funktionen. Die Anbindung an Hubjects Netz mit 1,1 Millionen Ladepunkten ist ein Verkaufsargument, das Road nun potenziellen CPO-Kunden präsentieren kann, die ihren Fahrern vom ersten Tag an einen breiten Zugang garantieren müssen.
Für kleinere oder neuere Ladepunktbetreiber ist die Rechnung einfach: Sie setzen auf eine Plattform, die bereits an die globale Roaming-Infrastruktur angebunden ist, statt Monate mit der Aushandlung einzelner Vereinbarungen mit großen Netzen zu verbringen. Das modulare Abo-Modell von Road senkt die Hürde weiter, denn Betreiber können die benötigten Komponenten auswählen, ohne eine monolithische Implementierung.
Da die Verbreitung von Elektroautos in Europa weiter steigt – allein im April 2026 legten die Neuzulassungen batterieelektrischer Pkw um 38 % zu –, wird die Infrastrukturebene, die all diese Ladepunkte verbindet, strategisch nur noch wichtiger. Partnerschaften wie die von Hubject und Road sind in vielerlei Hinsicht die unspektakuläre, aber unverzichtbare Arbeit am Aufbau des Netzes, das in den kommenden zehn Jahren Millionen neuer E-Auto-Fahrender tragen soll.
Was ist eRoaming und warum ist es für E-Auto-Fahrende wichtig?
eRoaming ermöglicht es E-Auto-Fahrenden, öffentliche Ladestationen verschiedener Netzbetreiber mit einem einzigen Vertrag, einer App oder einer RFID-Karte zu nutzen. Plattformen wie Hubjects Intercharge fungieren als Vermittler und übernehmen Authentifizierung und Abrechnung zwischen Ladepunktbetreibern und E-Mobility-Service-Providern, sodass Fahrende nicht für jedes besuchte Netz ein eigenes Konto benötigen.
Wie profitieren Ladepunktbetreiber von der Partnerschaft zwischen Road und Hubject?
Betreiber, die die Plattform von Road nutzen, erhalten nun über eine einzige Integration Zugang zum Intercharge-Netz von Hubject mit mehr als 1,1 Millionen Ladepunkten in über 75 Ländern. Das bedeutet, dass ihre Kunden – die E-Auto-Fahrenden – automatisch auf deutlich mehr Ladestationen zugreifen können, ohne dass der Betreiber mit jedem anderen Netz einzeln bilaterale Vereinbarungen aushandeln muss.
Was ist Plug&Charge und wirkt sich diese Partnerschaft darauf aus?
Plug&Charge (auf Basis des ISO-15118-Standards) ermöglicht kompatiblen Elektroautos, sich allein durch das Einstecken des Steckers automatisch zu authentifizieren und den Ladevorgang zu starten – ohne App, Karte oder manuellen Schritt. Die Intercharge-Plattform von Hubject unterstützt Plug&Charge bereits für viele Ladepunkte. Da das Netz von Road mittelfristig in Intercharge integriert wird, könnten Plug&Charge-fähige Fahrzeuge künftig auch Zugang zu diesen Stationen erhalten – je nachdem, wie die Betreiber ihre Systeme konfigurieren.
Quelle: https://www.electrive.com/2026/06/03/hubject-welcomes-software-provider-road-as-a-new-partner/