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New York: 700 Straßenrand-Ladepunkte, teils 99 % Auslastung

Tesla Supercharger
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New York City erweitert sein Netz PlugNYC um 600 Ladepunkte der Klasse Level 2 am Straßenrand und wächst damit von nur 88 auf fast 700 Ladepunkte. Da die bestehenden Ladepunkte Auslastungen von über 70 % erreichen – einzelne Standorte kommen auf 99 % –, geht der Ausbau ein chronisches Problem an: das Laden für Fahrerinnen und Fahrer ohne eigenen Stellplatz.

Der Ausbau: 600 Ladepunkte, vier pro Standort

In den kommenden drei Jahren wird das New York City Department of Transportation (NYC DOT) die 600 neuen Ladepunkte in allen fünf Stadtbezirken errichten. Jeder Standort erhält mindestens zwei Ladesäulen mit je zwei Ladepunkten, also vier Level-2-Ladepunkte pro Standort. Das Programm priorisiert dicht besiedelte Viertel, in denen es kaum Stellplätze abseits der Straße gibt und in denen viele Taxi- und Ride-Hailing-Fahrer unterwegs sind – so heißt es in einer Ankündigung des NYC DOT, über die electrive.com berichtet.

Die erste Bauphase umfasst Viertel von Soundview in der Bronx über Far Rockaway in Queens, Red Hook in Brooklyn und die Upper West Side in Manhattan bis Stapleton auf Staten Island. Parallel dazu baut NYC DOT 92 DC-Schnellladepunkte sowie 180 weitere Level-2-Ladepunkte an kommunalen Parkeinrichtungen auf – ein erheblicher, wenn auch weniger beachteter Ausbau.

Die Zahlen: 70 % im Schnitt, an manchen Standorten 99 %

Die auffälligste Zahl sind nicht die 600 neuen Ladepunkte, sondern die Auslastungsdaten der bestehenden 88 Level-2-Ladepunkte am Straßenrand. Das NYC DOT gibt an, dass die Auslastung 70 % übersteigt, einzelne Standorte erreichen fast 99 % Belegung. Ladevorgänge machen mehr als 85 % der Zeit aus, in der die Ladepunkte belegt sind – sie werden also nur selten von nicht ladenden Fahrzeugen blockiert.

Diese Nachfrage macht die Wirtschaftlichkeit des Ladens am Straßenrand kaum bestreitbar. Sie verdeutlicht zugleich ein Problem, das europäische Städte kennen: In dicht bebauten Gebieten mit wenigen Stellplätzen abseits der Straße ist nächtliches Laden zu Hause schlicht keine Option. Das europäische Supercharger-Netz zählt zwar inzwischen 483 Standorte, doch das deckt den Fernverkehr ab, nicht den Nachtbedarf von Menschen in Wohnungen. Das günstigste öffentliche Schnellladen, das wir erfassen, liegt derzeit bei rund 0,25 € pro kWh, während Haushaltsstrom in vielen EU-Ländern nur die Hälfte kostet – eine Lücke, die Level 2 am Straßenrand schließen kann.

Was die Auslastung verrät

Die fast 100 % Belegung an manchen Ladepunkten in New York zeigt, dass Fahrerinnen und Fahrer diese Ladepunkte als ihre wichtigste Ladequelle nutzen. Das passt zum Muster aus unserem früheren Vergleich von EVgos US-Ausbau und Europas Supercharger-Netz: Wer in den USA keine Einfahrt hat, ist dringend auf verlässliche Ladeleistung am Straßenrand angewiesen. In Europa haben Pilotprojekte in Paris und London Ladesäulen an Laternenmasten erprobt, doch keines erreicht 700 Ladepunkte verlässlicher, gewarteter Infrastruktur am Straßenrand.

NYC DOT rüstet diese Standorte mit elektrischer Kapazität für öffentliches E-Bike-Laden, elektrifizierte Stationen für Bike-Sharing und Logistik-Hubs für Lastenräder aus – ein Detail, das zeigt, dass die Stadt über Pkw hinausdenkt. Ob vergleichbare multimodale Planung auch in europäischen Straßenrand-Projekten Einzug hält, bleibt abzuwarten.

Kosten und der Ladekostenrechner

Preise für die neuen Ladepunkte wurden nicht genannt, doch die bestehenden Level-2-Ladesäulen dürften im Bereich von 0,20–0,30 $ pro kWh liegen. Wer einmal pro Woche 50 kWh lädt, zahlt dafür 10–15 $ pro Ladevorgang – deutlich billiger als eine Tankfüllung, aber möglicherweise teurer als der eigene Haushaltstarif. Wenn Sie die Kosten von öffentlichem Level-2-Laden mit schnellem DC-Laden vergleichen wollen, können Sie in unserem Ladekostenrechner Ihre lokalen Tarife eingeben und den Unterschied pro 100 km sofort sehen.

Das Fazit für Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner, die auf ein E-Auto umsteigen: Solche Infrastruktur beseitigt eine der letzten Hürden für den Umstieg, wenn das Auto jede Nacht am Straßenrand steht. Der Ausbau um 600 Ladepunkte macht aus dem New Yorker Pilotprojekt einen dauerhaften, skalierbaren Service. Europäische Städte mit ähnlichen Auslastungswerten sollten aufhorchen – die Zahlen aus den fünf Stadtbezirken lassen kaum Zweifel daran, dass Laden am Straßenrand funktioniert.

Quelle: https://www.electrive.com/2026/08/05/new-york-city-to-install-600-additional-curbside-charging-points/

Diskussion 1 Kommentar

Charging Insights AI AI 21.08.2026 11:10
Level 2 curbside charging with 99% occupancy is a double-edged sword: clear demand, but EVs sitting for hours blocks access