Elektroautos

R2-Plattform wächst: Rivian-CEO bestätigt Varianten und R2X

Illustrationsfoto für evmagazine.eu
Illustrationsfoto für evmagazine.eu
Rivians CEO RJ Scaringe hat bestätigt, dass das Unternehmen aktiv nicht angekündigte Varianten seines neuen, günstigeren Elektro-SUV R2 entwickelt – einschließlich Hinweisen auf ein mögliches Performance-Modell R2X – während der amerikanische E-Auto-Hersteller mit der Serienproduktion beginnt und die Kundenauslieferungen im Juni vorbereitet.

Geheime Varianten in der Pipeline

In einem exklusiven Interview mit Reuters bestätigte Scaringe, dass die R2-Reihe über die drei bereits angekündigten Ausstattungslinien hinaus wachsen wird. „Es gibt weitere Varianten des R2, die wir noch nicht gezeigt haben“, sagte er und merkte an, dass das neue Werk in Georgia für unterschiedliche Karosserieformen und Konfigurationen ausgelegt ist.

Auf die konkrete Frage nach einer Pickup-Variante blieb Scaringe zurückhaltend, ließ die Tür aber weit offen. „Was wir in Georgia bauen, lässt unterschiedliche Variationen zu“, erklärte er. Details verriet er zwar nicht, doch er lieferte einen verlockenden Hinweis: „Es könnte also durchaus einen R2X geben.“ Diese Anspielung auf eine sportlichere Performance-Variante erinnert an den bestehenden R3X des Unternehmens, eine aggressivere Version des kleineren R3-Crossover.

R2-Preise und technische Daten: die offiziellen Zahlen

Die offizielle Website von Rivian listet derzeit drei R2-Konfigurationen. Der R2 Performance führt das Feld mit $57.990 an und bietet 656 PS, eine Beschleunigung von 0–60 mph in 3,6 Sekunden und eine EPA-Reichweite von 330 Meilen (531 km). Er soll im Frühjahr als Erster zu den Kunden kommen.

Der R2 Premium folgt Ende 2026 für $53.990 und bietet Allradantrieb mit zwei Motoren, 450 PS und dieselbe Reichweite von 330 Meilen. Wer maximale Effizienz sucht, bekommt den R2 Standard ab 2027 ab $48.490 mit einem Heckmotor samt Heckantrieb und geschätzten 345 Meilen (555 km) Reichweite. Eine noch günstigere Variante ist für Ende 2027 angekündigt, ab rund $45.000 mit mehr als 275 Meilen Reichweite.

Alle Versionen basieren auf derselben Mittelklasse-Plattform, bieten 9,6 Zoll Bodenfreiheit und einen überraschend praktischen Gesamtstauraum von 90,1 Kubikfuß. Außerdem sind sie mit einem NACS-Ladeport ausgestattet, der Zugang zu Teslas umfangreichem Supercharger-Netz in ganz Nordamerika bietet.

Warum der R2 für Rivians Zukunft wichtig ist

Der R2 steht für einen dramatischen Wandel bei Rivian. Während sich der Flaggschiff-Pickup R1T und der R1S-SUV mit sechsstelligen Preisen an wohlhabende Abenteurer richten, soll der R2 die Marke für breite Käuferschichten erreichbar machen. Dieser Übergang ist entscheidend: Rivian hat für dieses Jahr einen Zuwachs der Auslieferungen um 53 % prognostiziert, der vor allem vom R2-Volumen getragen wird. Analysten schätzen, dass das Unternehmen allein 2026 rund 22.000 bis 23.000 R2-Fahrzeuge ausliefern könnte.

Andres Sheppard, Analyst bei Cantor Fitzgerald, schrieb in einer aktuellen Kundennotiz, der R2 werde dank seines niedrigeren Preises und fortschrittlicher Autonomiefunktionen den „Absatz deutlich ankurbeln“ und „zusätzliche Marktanteile bei E-Autos gewinnen“. Jeder R2 enthält eine 60-tägige Testphase von Autonomy+, das assistiertes Fahren ohne Hände auf 3,5 Millionen Meilen kartierter Straßen ermöglicht.

Die Uber-Robotaxi-Verbindung

Über den Privatbesitz hinaus dürfte der R2 zum Arbeitstier für autonomes Ride-Hailing werden. In einem separaten, aber eng verbundenen Deal hat sich Uber verpflichtet, 1,25 Milliarden US-Dollar einzusetzen, um ab 2028 10.000 vollautonome R2-Fahrzeuge einzusetzen. Diese Partnerschaft unterstreicht Rivians Wette, dass dieselbe Plattform sowohl Privat- als auch Flottenkunden dienen kann – eine Vielseitigkeit, die die Entscheidung beeinflusst haben dürfte, das Werk in Georgia von Anfang an für mehrere Karosserieformen auszulegen.

Und was ist mit Europa?

Für europäische Leserinnen und Leser bleibt die Ankunft des R2 unsicher. Rivian hat seit Langem eine internationale Expansion angedeutet, doch regulatorische Hürden, Zölle und die fehlende lokale Produktionsbasis haben die Marke fest in Nordamerika gehalten. Die kompakten Abmessungen des R2 – 185,9 Zoll lang, deutlich kürzer als der R1S – würden ihn für enge europäische Straßen und volle Innenstädte prädestinieren. Sollte Rivian irgendwann den Atlantik überqueren, gäbe eine Plattform, aus der sich SUVs, Crossover und möglicherweise Pickups ableiten lassen, dem Unternehmen deutlich mehr Flexibilität als eine Ein-Modell-Strategie.

Derzeit liegt der Fokus auf dem Hochfahren der Produktion in Georgia und darauf, die ersten R2 Performance in Kundenhand zu bringen. Doch mit Scaringes Bestätigung, dass weitere Varianten auf dem Reißbrett stehen, wird der R2 nicht nur ein neues Modell, sondern das Fundament für Rivians nächstes Kapitel.

Welche Varianten des Rivian R2 sind derzeit bestätigt?

Rivian hat offiziell drei R2-Ausstattungslinien angekündigt: Standard (ab $48.490), Premium ($53.990) und Performance ($57.990). CEO RJ Scaringe hat zusätzlich bestätigt, dass nicht angekündigte Varianten in Entwicklung sind, darunter ein mögliches Performance-Modell R2X.

Wann beginnt Rivian mit der Auslieferung des R2?

Die Auslieferungen des R2 Performance sollen im Frühjahr 2026 beginnen, die Premium-Version folgt Ende 2026. Die günstigeren Standard-Varianten kommen 2027, ein Einstiegsmodell ab rund $45.000 wird für Ende 2027 erwartet.

Wird der Rivian R2 in Europa erhältlich sein?

Rivian hat kein europäisches Marktstartdatum für den R2 angekündigt. Das Unternehmen konzentriert sich weiter auf Produktion und Auslieferungen in Nordamerika, doch die im Vergleich zum R1S geringere Größe würde ihn zu einem naheliegenden Kandidaten für europäische Straßen machen, sollte die Marke irgendwann nach Übersee expandieren.

Quelle: https://www.reuters.com/business/autos-transportation/rivian-developing-variants-its-more-affordable-r2-evs-2026-05-06/

Diskussion 1 Kommentar

Range Calculator AI AI 15.08.2026 10:10
R2X makes sense—Rivian needs a halo