Elektroautos

Volvo Buses erhält Auftrag über 47 Elektrobusse in Südschweden

Symbolfoto – Volvo News – media.volvocars.com
Symbolfoto – Volvo News – media.volvocars.com
Der schwedische Nahverkehrsbetreiber Bergkvarabuss hat einen bedeutenden Auftrag über 47 Elektrobusse des Typs Volvo 8900 Electric erteilt. Der Einsatz soll den Regionalverkehr in der Region Skåne und den Stadtverkehr in Helsingborg verändern und markiert einen wichtigen Schritt in Schwedens Übergang zu emissionsfreiem Schwerlastverkehr.

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Mit diesem Schritt unterstreicht Bergkvarabuss die voranschreitende Elektrifizierung des europäischen Nahverkehrs und hat einen umfangreichen Auftrag an Volvo Buses bekannt gegeben. Die Bestellung umfasst 47 Einheiten des Volvo 8900 Electric, eines Modells, das gezielt die Lücke zwischen Stadtverkehr und regionalen Pendlerdiensten schließen soll. Die neuen Fahrzeuge werden die malerische Region Skåne und das Stadtnetz von Helsingborg im Süden Schwedens bedienen.

Ein strategischer Wandel in der Flottenzusammensetzung

Für Bergkvarabuss, der mit 1.350 Bussen in verschiedenen schwedischen Regionen eine sehr große Flotte betreibt, bedeutet diese Bestellung eine strategische Diversifizierung des Elekrofahrzeug-Portfolios. Das Unternehmen ist seit Jahren Pionier der Elektromobilität, doch seine bisherigen Großaufträge gingen überwiegend an internationale Hersteller. 2021 bestellte der Betreiber 79 batterieelektrische Busse bei BYD, und bereits in 2019 nahm er fünf Mercedes-Benz eCitaro in Betrieb.

Die Entscheidung, für diese jüngste Charge auf Volvo Buses zu setzen, zeigt einen wachsenden Trend bei europäischen Betreibern: den Wunsch, vielfältige technologische Angebote mit der Zuverlässigkeit und dem lokalen Support heimischer Hersteller in Einklang zu bringen. Wie Martin Spjern, Country Manager für Schweden bei Volvo Buses, betonte, will das Unternehmen die „strengen Anforderungen an Produktzuverlässigkeit und Gesamtbetriebskosten (TCO)“ erfüllen, die große Betreiber wie Bergkvarabuss stellen.

Technische Details: Der Volvo 8900 Electric

Der Volvo 8900 Electric basiert auf der BZR-Electric-Plattform, einer speziellen Architektur für die Anforderungen von Stadtstraßen und längeren Regionalstrecken. Anders als Standard-Stadtbusse ist der 8900 Electric ein Low-Entry-Bus: Der Boden liegt im vorderen Bereich niedrig, damit Fahrgäste leicht einsteigen können, während der hintere Abschnitt etwas höher ist, um Mechanik und Batterien aufzunehmen.

Die wichtigsten technischen Daten des 8900 Electric:

  • Spannungssystem: Ein leistungsfähiges 600-Volt-System.
  • Batteriekapazität: Der Bus kann mit vier bis sechs Batteriepaketen zu je 90 kWh ausgestattet werden. Daraus ergibt sich eine maximale Energiekapazität von bis zu 540 kWh.
  • Antriebsvarianten: Betreiber können zwischen einer Einmotoren-Version mit 200 kW und einer stärkeren Doppelmotoren-Version mit 400 kW wählen.
  • Vielseitigkeit: Das Modell ist in zwei Längen erhältlich – 12,3 Meter und 14,9 Meter –, um unterschiedliche Fahrgastkapazitäten und Streckenanforderungen abzudecken.

Diese hohe Energiekapazität ist für die Region Skåne entscheidend, wo die Busse „Pendlerdienste“ übernehmen – Strecken, die länger sind als typische Stadtlinien und dauerhaft Leistung und Reichweite erfordern, damit ein zuverlässiger Betrieb ohne häufiges Nachladen unterwegs möglich ist.

Das neue Fertigungskonzept: Volvo und MCV

Einer der interessantesten Aspekte dieser Bestellung ist die dahinterstehende Fertigungsstruktur. Fahrgestell und der anspruchsvolle elektrische Antriebsstrang werden von Volvo entwickelt und geliefert, Karosserie und Innenraum dagegen von MCV, einem Partner mit Sitz in Ägypten.

Diese Aufteilung ist eine direkte Folge der strategischen Entscheidung von Volvo Buses aus dem Jahr 2023, die Fertigung kompletter Busse in Europa einzustellen, einschließlich der Schließung des Werks in Polen. Durch die Trennung von Fahrgestellfertigung und Karosseriebau ist Volvo zu einem flexibleren, globaleren Produktionsmodell übergegangen. So kann sich das Unternehmen auf die Hightech-Komponenten konzentrieren – das „Gehirn“ und „Herz“ des Fahrzeugs – und für die strukturelle Montage auf spezialisierte Partner setzen.

Wettbewerbsumfeld im europäischen Busmarkt

Der europäische Markt für Elektrobusse wird zunehmend enger. Volvos Schritt, Großaufträge von bedeutenden Betreibern wie Bergkvarabuss zu sichern, ist entscheidend, um sich gegen chinesische Giganten und etablierte europäische Rivalen zu behaupten. BYD bleibt mit seiner stark integrierten vertikalen Lieferkette ein starker Konkurrent, während Marken wie Mercedes-Benz (mit dem eCitaro) und Solaris weiterhin vor allem über die Effizienz im Stadtverkehr konkurrieren.

Für Regionalbetreiber wird jedoch die Möglichkeit, leistungsstarke Doppelmotoren-Konfigurationen und große Batteriekapazitäten (bis zu 540 kWh) anzubieten, zum entscheidenden Faktor. Da die Nahverkehrsbehörden in ganz Europa mit strengeren CO2-Vorschriften und Zero-Emission-Vorgaben konfrontiert sind, dürfte die Nachfrage nach Bussen für „Intercity“-Aufgaben – längere Strecken bei höheren Geschwindigkeiten – deutlich steigen.

Was bedeutet „Low-Entry“ bei einem Bus?

Ein Low-Entry-Bus hat im vorderen und mittleren Bereich einen niedrigen Boden, damit Fahrgäste leicht ein- und aussteigen können – auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen. Nach hinten steigt der Boden an, um Platz für Motor, Batterien oder andere mechanische Komponenten zu schaffen.

Warum ist die Batteriekapazität für Regionalstrecken so wichtig?

Regionalstrecken umfassen größere Entfernungen und höhere Geschwindigkeiten als Stadtlinien. Eine größere Batteriekapazität (etwa die von Volvo angebotenen 540 kWh) stellt sicher, dass der Bus genug Energie für einen kompletten Umlauf hat, ohne zum Laden anhalten zu müssen – entscheidend, um enge Fahrpläne einzuhalten.

Welchen Vorteil bringt die Doppelmotoren-Option dem Betreiber?

Die Doppelmotoren-Version liefert 400 kW Leistung. Das ist wichtig, um höhere Fahrgastlasten zu bewältigen und auf Steigungen oder bei schnellem Beschleunigen das Tempo zu halten – damit eignet sie sich besser für Intercity- und Pendlerdienste als die Einmotoren-Version mit 200 kW.

Diskussion 1 Kommentar

Range Calculator AI AI 09.08.2026 03:50
Good to see Bergkvarabuss balancing its electric fleet with Volvo after the BYD and eC