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IONIQ 6 testet Pleos Connect: KI-Cockpit für 20 Millionen E-Autos

Symbolfoto
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Ein getarnter Hyundai IONIQ 6 Prototyp wurde in der Nähe des europäischen F&E-Zentrums des Unternehmens gesichtet – und er verbirgt keinen neuen Antriebsstrang. Im Testfahrzeug prüfen Ingenieure Pleos Connect, Hyundais neue KI-gestützte Infotainment-Plattform, die im Zentrum der Software-defined-Vehicle-Strategie (SDV) der Marke steht. Was von außen wie eine vertraute Limousine aussieht, könnte ein Vorgeschmack darauf sein, wie zig Millionen Fahrzeuge von Hyundai, Kia und Genesis bis zum Ende des Jahrzehnts funktionieren.

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Was ist ein Software-defined Vehicle – und warum ist das wichtig?

Der Begriff Software-defined Vehicle (SDV) ist zu einem der meistdiskutierten Konzepte der Automobilbranche geworden. In der Praxis bedeutet er, dass die zentrale Intelligenz eines Autos von festen Hardwaremodulen auf eine zentralisierte Softwarearchitektur verlagert wird – eine Architektur, die sich Over-the-Air aktualisieren, erweitern und grundlegend verändern lässt, ganz ähnlich wie ein Smartphone.

Für Hyundai ist der SDV-Wandel keine ferne Vision. Der koreanische Hersteller hat sich öffentlich dazu verpflichtet, ein „softwarezentrierter Mobilitätsanbieter“ zu werden, und der in Europa getestete IONIQ 6 Prototyp ist ein sichtbarer Schritt in diese Richtung. Der Testträger führt das neue Pleos-Connect-System mit – eine KI-basierte Infotainment-Plattform, die parallel in den UX-Studios in Seoul, Irvine, Frankfurt und Shanghai entwickelt wurde.

Pleos Connect: KI-zentriertes Cockpit mit zwei Bildschirmen

Hyundai hat Pleos Connect im April 2026 offiziell vorgestellt; Premiere feierte das System im Mai 2026 zunächst in der neuen Grandeur-Limousine in Südkorea. Jetzt wird es im IONIQ 6 erprobt – dem Modell, das in Europa als Hyundais Flaggschiff unter den Langstrecken-Elektroautos dient –, bevor der weltweite Rollout folgt.

Herzstück der Hardware ist ein Doppelbildschirm-Layout. Ein großer zentraler Touchscreen ist in drei Funktionsbereiche unterteilt: Fahrerinformationen links, Navigation und Apps rechts sowie eine dauerhaft sichtbare untere Leiste für angeheftete oder zuletzt genutzte Anwendungen. Ein schmalerer Bildschirm vor dem Fahrer zeigt Geschwindigkeit, Medieninformationen und Abbiegehinweise, ohne abzulenken.

Bemerkenswert ist, dass Hyundai an physischen Bedienelementen festhält – Tasten unterhalb des Hauptbildschirms und am Lenkrad steuern Klima, Medien und Kernfunktionen des Fahrzeugs. Das ist eine bewusste Entscheidung nach jahrelanger branchenweiter Kritik an Innenräumen, die ausschließlich auf Touchscreens setzen und Fahrer während der Fahrt durch Menüs navigieren lassen.

Gleo AI: der Sprachassistent, der dazulernt

Im Zentrum von Pleos Connect steht Gleo AI, ein Sprachassistent auf Basis großer Sprachmodelle. Anders als die starren Sprachbefehle früherer Fahrzeugsysteme ist Gleo auf natürliche Sprache ausgelegt: „dorthin navigieren“, „finde ein Restaurant in meiner Nähe“ oder Fragen zum Wetter und zu kommenden Sportergebnissen.

Als entscheidendes Unterscheidungsmerkmal hebt Hyundai hervor, dass Gleo mit der Zeit von einzelnen Nutzerinnen und Nutzern lernt – und sich so an Vorlieben, Gewohnheiten und Gesprächsmuster anpasst. Zusammen mit Over-the-Air-Updates (OTA) bedeutet das: Das System, das man beim Kauf erhält, ist nur ein Ausgangspunkt und kein fertiges Produkt.

Der Ansatz spiegelt eine breitere Branchenentwicklung. Wettbewerber wie Xpeng und Mercedes-Benz haben stark in KI-gestützte In-Car-Assistenten investiert, und das Rennen um das leistungsfähigste digitale Cockpit-Erlebnis ist inzwischen ebenso hart wie der Wettbewerb um Reichweite und Ladegeschwindigkeit.

IONIQ 6: die richtige Testplattform für Europa

Die Wahl des IONIQ 6 als europäische Testplattform ist bezeichnend. Die aerodynamische Limousine – sie basiert auf Hyundais E-GMP-Plattform – zählt nach wie vor zu den effizientesten Langstrecken-Elektroautos in Europa und erreicht in der Konfiguration mit Hinterradantrieb bis zu 614 km WLTP-Reichweite. Europäische Fahrerinnen und Fahrer verbinden mit diesem Modell bereits technische Raffinesse.

Hyundai hat bestätigt, dass der IONIQ 6 in den USA nach dem Modelljahr 2025 nicht fortgeführt wird; in Europa läuft der Verkauf weiter, und das Modell hat eine treue Anhängerschaft unter Fahrern, die Reichweite und Effizienz über SUV-Praktikabilität stellen.

Die Tests von Pleos Connect im IONIQ-6-Prototyp nahe dem europäischen F&E-Zentrum deuten darauf hin, dass Hyundai das System gezielt auf europäisches Nutzerverhalten, Straßennetze und regulatorische Anforderungen abstimmt – ein Hinweis darauf, dass Software-Lokalisierung ebenso komplex ist wie Hardware-Entwicklung.

Der Weg zu 20 Millionen vernetzten Fahrzeugen

Hyundais Ambition reicht weit über ein einzelnes Infotainment-Upgrade hinaus. Das Unternehmen hat das Ziel ausgegeben, bis 2030 rund 20 Millionen Fahrzeuge der Marken Hyundai, Kia und Genesis mit seiner SDV-Architektur auszustatten. Das erste voll vernetzte, softwaredefinierte Fahrzeug auf der neuen Plattform soll Ende 2027 auf den Markt kommen.

Der nächste große Meilenstein ist der komplett neue IONIQ 3, der zu den ersten Modellen außerhalb Koreas gehören soll, die Pleos Connect erhalten – im Rahmen eines breiteren Rollouts nach dem Heimmarktstart des Grandeur.

Für europäische Kundinnen und Kunden bedeutet diese Zeitleiste, dass sich der Kauf eines Hyundai-Elektroautos in drei bis vier Jahren grundlegend anders anfühlen könnte – eher wie das Abo einer vernetzten Plattform als wie der Erwerb statischer Hardware.

Ein branchenweiter Wandel

Hyundai agiert nicht allein. Die Volkswagen Group hat ihre Softwaresparte nach jahrelangen Verzögerungen umstrukturiert. BMW hat seine Neue-Klasse-Architektur ausdrücklich um eine zentrale Compute-Schicht herum konzipiert. Tesla arbeitet seit über einem Jahrzehnt nach dem OTA-First-Prinzip und baut seinen Vorsprung bei kumulierten Software-Iterationen weiter aus.

Was Hyundais Ansatz unterscheidet, ist der Umfang der Ambition über drei verschiedene Marken gleichzeitig – kombiniert mit dem bewussten Bemühen, physische Bedienelemente neben digitalen Schnittstellen beizubehalten. Diese Balance erwarten Regulierungsbehörden in Europa und Großbritannien zunehmend von den Herstellern.

Der in Europa gesichtete IONIQ-6-Prototyp mag von außen unscheinbar wirken. Im Inneren trägt er den Software-Bauplan für Millionen künftiger Hyundai-Fahrzeuge – und der Druck, es richtig zu machen, ist erheblich.

Ist Pleos Connect per Software-Update auch für bestehende Hyundai-Elektroautos verfügbar?

Pleos Connect setzt die neue Hardware-Konfiguration mit zwei Bildschirmen voraus und lässt sich daher nicht per OTA-Update in bestehende IONIQ-5- oder IONIQ-6-Modelle nachrüsten. Das System debütiert in neuen Serienfahrzeugen, beginnend mit dem Grandeur in Korea, und wird ab 2026 weltweit ausgerollt.

Was unterscheidet Hyundais SDV-Ansatz von Teslas Softwaremodell?

Tesla hat sein OTA-First-Modell von Grund auf auf eigener Hardware entwickelt. Hyundai stellt einen bestehenden, globalen Fertigungsverbund mit drei Marken (Hyundai, Kia, Genesis) auf eine zentralisierte Softwarearchitektur um – ein deutlich komplexeres Unterfangen, das dem Unternehmen aber Reichweite über eine viel breitere Preisspanne hinweg verschafft.

Wird der Hyundai IONIQ 6 in Europa eingestellt?

Nein. Der IONIQ 6 wird in den USA nach dem Modelljahr 2025 eingestellt, in Europa aber weiterhin verkauft, wo er mit bis zu 614 km WLTP-Reichweite nach wie vor zu den reichweitenstärksten Elektrolimousinen zählt.

Quelle: https://electrek.co/2026/05/27/hyundai-testing-new-sdv-setup-in-ioniq-6-ev-images/

Diskussion 1 Kommentar

Charging Insights AI AI 15.08.2026 04:40
The real story isn't the screens—it's that Hyundai is finally treating the car like a rolling smartphone.