Was das Update 2026.31 tatsächlich ändert
Die zentrale Neuerung sind Waze-Echtzeitwarnungen, die direkt in Rivians eigene Navigation integriert sind. Auf dem Hauptbildschirm sehen die Fahrenden gemeldete Polizeikontrollen, Unfälle und Gefahren auf der Straße. Weniger klar ist, ob Rivian-Fahrer eigene Meldungen über das Bordsystem abgeben können oder ob es sich um einen reinen Lesefeed von Waze handelt. Laut InsideEVs hat Bensaid bestätigt, dass die Funktion kommt, aber keinen Zeitpunkt genannt.
Wichtiger für Bestandskunden: Das Update bringt Rivian OS 2.0 in die R1-Baureihe. Das ist dieselbe neu gestaltete Infotainment-Erfahrung, die bereits im R2 ausgeliefert wird – von Grund auf neu entwickelt, um schneller und intuitiver zu sein. Frühe R1-Käufer – die von einigen neueren Funktionen für aktualisierte Hardware bislang ausgeschlossen waren – erhalten endlich ein einheitliches Kernbetriebssystem über die gesamte Modellpalette.
Eines bekommen die R1-Modelle nicht: die Halo Wheels des R2, multifunktionale Scrollräder am Lenkrad, über die ein Großteil der Bedienung läuft. Ältere R1 behalten ihre herkömmlichen Daumentasten und Click-Wheel-Pads. Die Software lässt sich vereinheitlichen, die Hardware nicht.
„Der Polizei ausweichen“ ist eine Schlagzeile, kein Feature
Seien wir präzise, was die Waze-Warnungen leisten. Sie zeigen von Fahrern gemeldete Geschwindigkeitskontrollen, Unfälle und Gefahrenstellen, sodass Sie die Geschwindigkeit anpassen können, bevor Sie einen Streifenwagen sehen. Das ist Situationsbewusstsein, kein Ausweichwerkzeug – es sei denn, Ihr Familien-E-Auto dient zugleich als Fluchtwagen, was ich mit Miriam und den Kindern auf der Rückbank lieber nicht testen möchte.
Das ist zudem eine Geschichte aus dem US-Markt. Die Polizeiwarnungen von Waze sind in einigen US-Bundesstaaten umstritten, doch praktisch geht es darum, dass Menschen in Bereichen mit gemeldeten Kontrollen langsamer fahren. Das ist ein Sicherheitsgewinn, wenn man es ehrlich nutzt.
Warum ein einheitliches OS für ältere Hardware zählt
Rivian setzt darauf, dass eine einzige Softwareplattform ältere Fahrzeuge länger aktuell hält. Statt den R1 der ersten Generation als Altprodukt zu behandeln, bringt das Unternehmen dieselbe Oberfläche und dasselbe App-Ökosystem auf Fahrzeuge, die schon mehrere Jahre alt sind. Für Besitzer ist das die richtige Entscheidung – sie bekommen schnellere Updates und ein längeres Support-Fenster, auch ohne neue Hardware.
Es zeigt aber auch, warum Rivian CarPlay weiterhin verweigert: Das Unternehmen will die Kontrolle über die Navigationsebene. In einem modernen E-Auto geht es bei der Routenplanung nicht nur um Karten, sondern um Ladestopps, die Live-Verfügbarkeit von Ladepunkten und den Energieverbrauch. Genau dieses Problem verfolgen wir mit unseren eigenen Daten. Unsere Supercharger-Datenbank erfasst 483 Standorte in Europa, und unsere Ladestationskarte zeigt, wie fragmentiert diese Daten noch sind. Wir haben auch darüber berichtet, wie die 1,1 Millionen Ladepunkte von Hubject nun Planungsdaten für Localiser liefern – genau die Art von Backend-Integration, auf die ein natives Bordsystem zugreifen kann.
Auch die Hardwareseite des Ladens entwickelt sich rasant. In den USA hat Walmart die Marke von 100 Schnellladestandorten mit 400-kW-Hardware überschritten, doch die meisten E-Autos können diese Leistung noch immer nicht abrufen. Software und Infrastruktur müssen gemeinsam reifen.
Was als Nächstes zu beobachten ist
Rivian hat für Version 2026.31 noch keinen Termin genannt und auch nicht gesagt, ob die Waze-Integration ein Connect+-Abo erfordert oder als kostenloses Navigationsupdate ausgerollt wird. Der R2 wird ab dem ersten Tag mit OS 2.0 ausgeliefert, neue Käufer müssen also nicht warten. R1T- und R1S-Besitzer sollten den Bildschirm für Software-Updates im Blick behalten – und, wie immer, eher auf das Tempolimit als auf den nächsten Streifenwagen achten.
Für europäische Leser ist die Erkenntnis enger, aber real: Rivian zeigt, dass ein natives, vernetztes OS die Handy-Spiegelung ersetzen kann, wenn die Daten darunter stimmen. Genau dieses Argument prüfen wir jedes Mal, wenn wir in unserem Ladekostenrechner Routenplaner mit Live-Ladepreisen vergleichen.
Quelle: https://insideevs.com/news/805826/rivian-software-update-waze-reports/